Neuer Höchststand

KPÖ unterstützte 2008 1.344 Menschen in Not

Steiermark
01.01.2009 18:33
Wie in den vergangenen zehn Jahren haben die steirischen Kommunisten knapp vor Jahreswechsel am Dienstag ihre Konten offengelegt. Da für KPÖ-Mandatare eine Einkommensgrenze von 2.000 Euro gilt, werden rund 50 Prozent der Gehälter der Landtagsabgeordneten und Gemeinderäte sowie rund zwei Drittel des Bezugs von Stadträtin Elke Kahr für unbürokratische Sozialunterstützungen verwendet. 2008 wurde 1.344 Personen - ein neuer Höchststand - mit insgesamt rund 142.000 Euro geholfen.

Im Vorjahr lagen noch 157.000 Euro im KPÖ-Sozialtopf. Die heuer geringere Summe resultierte aus den Verlusten bei der Gemeinderatswahl im Jänner (nur noch eine Stadträtin und sechs statt zwölf Gemeinderäte). "Der Strom der Menschen, die Hilfe brauchen, hört aber nicht auf", so Landtagsabgeordnete Renate Pacher. 2008 wurden 161 Personen mehr als im Vorjahr unterstützt, was für den einzelnen Hilfesuchenden eine niedrigere Summe bedeutete. Noch könne aber allen, bei denen "der Hut brennt", geholfen werden, so Kahr.

Bedarf bei Energiekosten stark gestiegen
Wie bereits 2007 floss mit knapp 50.000 Euro das meiste Geld für den Bereich Lebensbedarf (Schulmaterial, Lebensmittel, Medikamente usw.), es folgten Mietzinszahlungen mit rund 32.000 Euro und Kautionen mit rund 16.000 Euro. Gerade bei Wohnungskautionen und Energiekosten sei der Bedarf stark gestiegen, so Landtagsklubobmann Ernest Kaltenegger.

Immer mehr junge Menschen brauchen Hilfe
Die Bandbreite der Hilfesuchenden reiche von kinderreichen Familien über Alleinerzieher bis hin zu Pensionisten. Auffallend sei laut Kahr, dass immer mehr junge Menschen - auch Studenten - durch sogenannte "McJobs" nicht mehr über die Runden kämen. Eine weitere häufige Ursache für finanzielle Probleme sei die Spielsucht, so Kaltenegger. Gerade Suchtkranke erhalten das benötigte Geld nicht in bar: Ausstehende Beträge werden direkt an die Hausverwaltung oder den Energieanbieter überwiesen.

Harte Zeiten
Trüb ist für Kaltenegger der Ausblick auf das kommende Jahr: "Wir müssen Angst haben." Die Wirtschaftskrise dürfte noch mehr Menschen an ihre finanziellen Grenzen bringen, so die Befürchtung. Die Sozialunterstützungen müssten dann weiter gesplittet werden, um allen zu helfen.

Der "Tag der offenen Konten" wurde 1998 von Kaltenegger initiiert. Seit damals unterstützte die KPÖ insgesamt 5.372 Personen mit einer Gesamtsumme von rund 800.000 Euro.

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