Das rasante Bevölkerungswachstum findet den Angaben zufolge fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. Heute leben hier bereits 82 Prozent der Weltbevölkerung, insgesamt 5,5 Milliarden Menschen. Bis zum Jahr 2050 kämen noch einmal knapp 2,6 Milliarden hinzu. Das prozentual stärkste Bevölkerungswachstum verzeichne Afrika. Bis zur Jahrhundertmitte würden dort fast zwei Milliarden Menschen leben - doppelt so viele wie heute.
Massive Versorgungsprobleme in Afrika
Die meisten Länder Afrikas können ihre Bevölkerung schon heute nicht mehr ausreichend versorgen. "In Äthiopien beispielsweise leidet fast jeder Zweite an Unterernährung, und nur 42 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser", erklärte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. "Bis 2050 wird die äthiopische Bevölkerung von heute 79 Millionen auf 148 Millionen Menschen zunehmen. Das bedeutet, dass fast 70 Millionen Menschen zusätzlich versorgt werden müssen."
Verhütungsmöglichkeiten fehlen
Eine Verlangsamung des Bevölkerungswachstums würde vielen Ländern bei der Ernährungssicherung und im Kampf gegen Armut helfen, sagte Bähr. Doch viel zu oft fehlen den Menschen der Zugang zu Verhütungsmitteln und das Wissen über Verhütung. "Es ist ein Skandal, dass in Afrika bloß zwei von zehn verheiratete Frauen verhüten können", sagte Bähr. "Wir müssen deutlich mehr in Familienplanung investieren. Nur durch bessere Dienstleistungen im Bereich der Familienplanung erhalten die Menschen eine reelle Chance, langfristig Hunger und Armut zu entkommen."
Bevölkerung in den Industrieländer schrumpft
Im Gegensatz zu den Entwicklungsländern wird die Bevölkerung der Industrieländer der Prognose zufolge weiter zurückgehen. In Europa werden zur Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich 51 Millionen Menschen weniger leben als heute. Das liege vor allem daran, dass Frauen dort im Durchschnitt nur 1,5 Kinder zur Welt brächten, hieß es zur Begründung. Daher werde die europäische Bevölkerung von heute 736 Millionen auf 685 Millionen Menschen im Jahr 2050 schrumpfen - von elf auf knapp sieben Prozent der Weltbevölkerung.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.