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05.12.2016 - 12:45
Foto: AP/Sakchai Lalit, AP

Tiefe Trauer in Thailand: König Bhumibol ist tot

13.10.2016, 13:52

Thailands König Bhumibol Adulyadej ist tot. Laut Angaben des Palastes starb der 88- Jährige am Donnerstag im Siriraj- Krankenhaus in Bangkok. Das Land hatte bereits seit Tagen um den schwer kranken Monarchen gebangt. Nachfolger wird der bisherige Kronprinz des Landes, Maha Vajiralongkorn (64).

Bhumibol war der dienstälteste Monarch der Welt, er hatte 1946 den Thron bestiegen. Der König war seit Jahren schwer krank. In den vergangenen Tagen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch. Bhumibol war seit 2009 mit nur kurzen Unterbrechungen im Krankenhaus. Er überlebte heuer schon mehrere Eingriffe, darunter am Gehirn und am Herzen. Der König wurde seit einem Jahr nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, der Palast veröffentlichte regelmäßig Aussendungen über seinen Gesundheitszustand.

Nierenversagen und Lungenentzündung

Bhumibol, der am 5. Dezember seinen 89. Geburtstag gefeiert hätte, wurde zuletzt wegen Nierenversagens und einer Lungenentzündung behandelt. Bereits am Sonntag hatte der Palast eine Erklärung veröffentlicht, wonach der Zustand des Königs instabil sei, nachdem er eine Dialysebehandlung erhalten hatte. Bhumibol hatte zwar auf dem Papier nur repräsentative Aufgaben, galt aber als Symbol der Einheit in einem politisch tief zerstrittenen Land. Die 70 Millionen Thailänder verehrten ihn wie einen Gottvater, als "Seele der Nation". Das Vermögen des Königs wurde auf 30 Milliarden US- Dollar (rund 27 Milliarden Euro) geschätzt.

Im Land zeigte sich sofort beispiellose Trauer. Vor dem Krankenhaus saßen seit den frühen Morgenstunden schon Tausende Menschen betend auf den Straßen. Viele hielten große Porträts des hochverehrten Königs in den Händen. Die Sorge um ihren Monarchen ließ viele hemmungslos weinen. Die "Bangkok Post" legte ihr Online- Layout in schwarz- weiß auf.

Foto: AFP
Foto: AFP
Foto: The Associated Press

Staatskrisen, Militärputsche, politische Grabenkämpfe: Bhumibol war jahrelang zur Stelle, um das Land zu einen - sei es, indem er hinter den Kulissen die Fäden zog oder Streithähne öffentlich zur Ordnung rief. Stets kehrte Ruhe ein, wenn der in den USA und Europa aufgewachsene Monarch seinen Willen kundgetan hatte. Sein Ableben dürfte das Land vor große Umwälzungen stellen. Viele fürchten, Thailand könnte sogar im Chaos versinken. Im Mai 2014 gab es den bisher letzten Militärputsch.

Bis zu 15 Jahre Haft bei Majestätsbeleidigung

Obwohl König Bhumibol keine politische Macht hatte - das Militär hatte die absolute Monarchie 1932 abgeschafft -, wurde er wie ein Halbgott verehrt. Das thailändische Strafgesetzbuch sieht drakonische Strafen für jeden vor, der das Königtum herabwürdigt oder auch nur kritisiert. Bis zu 15 Jahre Haft drohen bei Majestätsbeleidigung nach Paragraf 112. Der Artikel schützte nicht nur den König selbst, sondern auch seine Frau Sirikit und den Thronfolger vor jeglicher Kritik. So kommt es immer wieder zu Verurteilungen - auch von Ausländern und psychisch Kranken. Auch nutzen politische Gegner das Gesetz, um sich gegenseitig anzuschwärzen.

Foto: The Associated Press
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Foto: The Associated Press
Foto: APA/AFP/POOL/CHAIWAT SUBPRASOM

Das thailändische Königspaar hatte vor allem in den 1960er- Jahren bei Reisen in zahlreiche Länder durch glanzvolle Auftritte bei Medien und Publikum für Begeisterung gesorgt. 1964 hielten sich König Bhumibol und Königin Sirikit auch zu einem Staatsbesuch in Österreich auf.

Kronprinz Vajiralongkorn schon 1972 zum Nachfolger bestimmt

Wie der thailändische Regierungschef Prayut Chan- O-Cha am Donnerstag bekannt gab, soll der 64- jährige Kronprinz Maha Vajiralongkorn nun den Thron besteigen. Er ist beim Volk aber bei Weitem nicht so beliebt wie sein Vater es war. Die Regierung werde das Parlament darüber informieren, dass König Bhumibol seinen Sohn am 28. Dezember 1972 zu seinem Nachfolger bestimmt habe. Zugleich rief der Militärmachthaber eine einjährige nationale Trauerzeit aus.

Maha Vajiralongkorn
Foto: The Associated Press

13.10.2016, 13:52
AG/red
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