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25.09.2017 - 01:51
Veronika Schachner verhalf der Polizei zum Fahndungserfolg.
Foto: Rie-Press-Austria, Uta Rojsek-Wiedergut

Bankomatknacker von 84- Jähriger in Falle gelockt

03.07.2017, 07:02

Ein schöner Erfolg für die Kärntner Polizei: Keine 24 Stunden haben die Beamten gebraucht, um Einbrecher zu schnappen, die am Wochenende in einer Raiffeisen- Filiale einen Bankomaten geknackt hatten. Ganz wesentlich geholfen hat dabei eine clevere 84- Jährige.

Aufgrund eines technischen Defekts kam der Alarm in der Nacht auf Samstag nicht zur Polizei durch. Die Täter flohen erst unbehelligt von der Bank in Lieserhofen in einem Kleinbus ins Mölltal, wo ihnen dann aber eine Verkehrskontrolle zum Verhängnis wurde. Erst kam es zu einer Verfolgungsjagd, dann ging die Flucht zu Fuß weiter. Der Fahrer wurde später im Zuge einer Fahndung von einem Polizeihund in einem Bachbett in Mallnitz aufgestöbert.

Seine Komplizen schlugen sich durch unwegsames Gebiet in Richtung Obervellach durch. Völlig übermüdet nach dem Marsch mit untauglichem Schuhwerk und auch durchnässt gelangten sie zu dem einschichtig gelegenen Ranacherhof der Familie Schachner. Der 84- jährigen Großmutter kamen die verdreckten Männer sofort verdächtig vor. Als einer fragte: "Wo ist Taxi?" gab Veronika Schachner zur Antwort: "Geht's lei da obe!" und deutete auf die Straße. Und die Männer gingen weiter.

Nach dem Einbruch war die Filiale in Lieserhofen gesperrt.
Foto: Rie-Press-Austria

"Besser einmal zu viel bei der Polizei anrufen als einmal zu wenig"

Die Frau jedoch alarmierte sofort die Polizei. "Ich weiß, dass die auf Hinweise angewiesen sind. Es heißt doch, besser einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig", erzählte sie. Der Obervellacher Postenkommandant Gert Grabmeier besuchte die Frau Sonntagfrüh und brachte ihr ein kleines Präsent: "Die Dame kommt zu jeder Infoveranstaltung, liest Infoblätter. Sie hat einfach toll reagiert."

Täter geben sich im Verhör bisher wortkarg

Der Chefermittler des Landeskriminalamts, Christian Martinz: "Die vier Männer werden jetzt verhört. Der Fahrer - ein Moldawier - behauptet, nur chauffiert zu haben. Die anderen reden natürlich auch nicht viel. Sie könnten aber für einige ähnliche Coups infrage kommen."

Gemeint ist die Vorgehensweise: Jede Profibande hat ja eine andere Technik, um die Bankomaten zu öffnen. Manche "sprengen" sie durch Gasdruck auf. In Lieserhofen wurde der Bankomat mittels Brecheisen geknackt. Martinz: "Mit der neuen Generation von Bankomaten wird es schwieriger. Sie sind robuster, fast wie ein Tresor. Für Lieserhofen ist ein solcher geplant!"

Serina Babka, Kronen Zeitung/krone.at

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