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17.08.2017 - 16:38
Foto: Horst Einöder

Aufregung um Bussi- Verbot- Schule hat sich gelegt

19.01.2009, 08:25
"Küssen verboten in der Schule" - ein Info-Schreiben an die Eltern reichte aus, um der Hauptschule Gunskirchen im vergangenen Herbst mediale Aufmerksamkeit ungeahnten Ausmaßes zu bescheren. Die Wogen gingen anfangs hoch, weil Erziehung heutzutage ein heißes Thema ist.

Jetzt wurde es wieder ruhig. Nach der großen Aufregung hält sich in der Landschule die Knutscherei der Mädchen mittlerweile wieder in Grenzen.

Ähnlich schrill waren die Reaktionen nur, als 2004 das Bauchfrei- Verbot in der Hauptschule Ohlsdorf die Gemüter erhitzt hatte. Inzwischen hat sich die Mode geändert, die Leiberlsäume verdecken die einst als anstößig empfundenen Bauchnabel meist wieder. Wie in Gunskirchen hatten auch in Ohlsdorf die Teenager im Grunde nur nachgemacht, was ihnen die Erwachsenen vorlebten.

Bild: Protestschmusen bei einer Demonstration vor dem Landesschulrat gegen das Kussverbot

Interview mit Hauptschuldirektor Stefan Biermair

Das "Kussverbot" in der Hauptschule Gunskirchen war Ende November tagelang ein bundesweiter Aufreger. Hauptschuldirektor Stefan Biermair (52) aus Wels ist selbst vierfacher Vater. Der Pädagoge versichert, dass Bussi- Attacken in seiner Schule mittlerweile kein Thema mehr sind. 

Wird in Ihrer Hauptschule noch so viel geküsst wie vor zwei Monaten?
Biermair: "Es ging uns nie um ein generelles Kussverbot, sondern um Extremfälle. Es gab einige Mädchen in den vierten Klassen, die durch das Video von Madonna und Britney Spears auf diese Gedanken gekommen sind. Diese Schülerinnen haben sich nicht nur vor der Schule begrüßt, sondern auch vor und nach jeder Klopause abgeküsst. Und das in einer Art und Weise, wie sie nicht in die Schule gehört. Es gab dann den Beschluss im Schulforum, dass die Biermair:Eltern auf ihre Kinder einwirken sollen, damit dieses Verhalten aufhört."

Und plötzlich stand Gunskirchen im Mittelpunkt der medialen Berichterstattung.
Biermair: "Ja, das war direkt explosionsartig. Dabei ging es nie darum, die Jugendlichen in der Schule auf irgendeine Weise in ihren Freiheiten einzuschränken. Es gab ja auch Mädchen, denen das Kussritual lästig war und die sich beschwert hatten."

Sie standen ja auch im Kreuzfeuer der Kritik?
Biermair: "Es kamen schon auch Angriffe unter der Gürtellinie. Ich hab manches abgekriegt, das nicht so ohne war. Aber ich stehe auch im nachhinein zu dem Kussverbot und würde es in dieser Form wieder machen. Bei uns herrscht aber in dieser Hinsicht seit Wochen totale Ruhe."

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