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19.02.2017 - 23:49
Foto: APA/AFP/POOL/JUNG YEON-JE

Haftbefehl gegen Samsung- Chef Lee beantragt

16.01.2017, 06:21

In der Korruptionsaffäre um die südkoreanische Präsidentin Park Gyeun Hye dürfte nun auch der faktische Chef des Mischkonzerns Samsung, Lee Jae Yong, im Gefängnis landen. Der Sonderermittler in der Causa hat am Montag angekündigt, einen Haftbefehl gegen den Samsung- Chef erwirken zu wollen. Eine Gerichtsanhörung ist für Mittwoch geplant. Lee werden Schmiergeldzahlungen angelastet.

Im Zentrum der Korruptionsaffäre steht Parks langjährige Vertraute Choi Soon Sil. Sie soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Außerdem wird ihr vorgeworfen, sich in die Regierungsgeschäfte eingemischt zu haben. Choi sitzt inzwischen in Haft, Park (Bild unten) droht in der Affäre eine Amtsenthebung.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye
Foto: The Associated Press

Samsung gehört zu den größten Geldgebern von Chois Stiftungen. Die Ermittler vermuten den Konzern auch hinter den Millionengeldern, mit denen Choi die Reitausbildung ihrer Tochter in Deutschland finanziert haben soll. Samsung- Vertreter argumentierten Berichten zufolge, der Konzern habe für die Zahlungen an Choi keine Gegenleistungen erhalten, deshalb handle es sich auch nicht um Bestechung.

Umstrittene Fusion

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Choi im Gegenzug für die Zahlungen ihre Beziehungen genutzt haben könnte, damit staatliche Behörden eine umstrittene Fusion innerhalb des Samsung- Konzerns genehmigen. Die Zusammenlegung der Unternehmensgruppen Cheil Industries und Samsung S&T galt als wichtiger Schritt, um die Übergabe des Konzerns an Lee Jae Yong zu erleichtern. Dessen Vater, Samsung- Chef Lee Kun Hee, ist seit einer Herzattacke im Jahr 2014 bettlägrig.

Kritiker hatten Samsung vorgeworfen, den Aktienwert von Samsung C&T bewusst kleinzurechnen. Weil mit dem südkoreanischen Pensionsfonds NPS aber Samsungs größter Anteilseigner der Fusion zustimmte, ging der Deal dennoch über die Bühne. Im Zuge der Affäre war im Dezember auch Südkoreas Wohlfahrtsminister festgenommen worden, dessen Ministerium der NPS unterstellt ist.

Redaktion
krone.at
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