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03.12.2016 - 08:09
Foto: AP

Das geschieht mit Nutzerdaten auf Android und Co.

09.09.2014, 10:47
Die globale Währung in der Smartphone-Ökonomie sind Daten. Und die Nutzer der mobilen Geräte zahlen damit oft, ohne es überhaupt zu ahnen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), das wissenschaftlich untersuchte, was mit persönlichen Nutzerdaten auf Android, iOS, BlackBerry und Windows Phone geschieht.

Die vorab in Auszügen  veröffentlichte Studie macht deutlich, dass gerade die praktisch unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten der Smartphones dazu geeignet sind, Vorlieben und Gewohnheiten ihrer Nutzer zu erkennen, unbemerkt weiterzugeben und so ein genaues Profil zu erstellen.

Foto: divsi.de

Dies werde umso einfacher, da die Geräte praktisch permanent online seien. Je stärker der Nutzungsumfang zunehme, umso mehr Daten könnten erhoben, gespeichert und damit genutzt werden, so das Institut. Insbesondere Ortungsdienste und Sprachsteuerung dienen den Herstellern demnach als Datenquellen. Nutzungs- und Diagnosedaten stellen eine weitere wertvolle Datenquelle dar.

Unbemerkte Verbindungen

Noch bevor die Nutzer überhaupt das erste Telefonat führen oder eine SMS versenden, werden alle vier Betriebssysteme bereits aktiv. Die technische Untersuchung ergab, dass sie sofort automatisch nach der Inbetriebnahme des Geräts eine erstaunliche Anzahl von Netzwerkverbindungen mit verschiedenen Servern im Internet herstellen. Der Nutzer könne sich dagegen nicht wehren und erkenne den Vorgang meist gar nicht.

Datenschutzbestimmungen mit Interpretationsspielraum

Welche Daten von den Betriebssystemen erhoben werden und welche Rechte der Nutzer dem Hersteller in Bezug auf diese Daten einräumt, steht grundsätzlich in den Datenschutzbestimmungen. Diese Bestimmungen enthielten jedoch einen Interpretationsspielraum, so das DIVSI. Sowohl dabei, welche Daten wie lange genau gespeichert werden, als auch, wofür diese genutzt werden dürfen.

Für den Nutzer seien die Regeln praktisch nicht vollständig nachvollziehbar, schlössen die Datenschutzbestimmungen doch auch die Nutzung der Daten zur Bereitstellung und Verbesserung der genutzten Dienste sowie die Weitergabe der Daten an Partnerunternehmen ein. Hinzu komme, dass der Umfang der "Bestimmungen im Kleingedruckten" die meisten User sofort weiterklicken lasse, ohne die Texte zuvor gelesen zu haben.

Unklar, wo die Daten bleiben

Wo genau Daten gespeichert werden, erfährt der Nutzer bei keinem Betriebssystem konkret. Die Bestimmungen weisen darauf hin, dass die Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt erfolgen kann.

Zwang zum Kundenkonto

Praktisch werden die Nutzer gezwungen, ein Kundenkonto anzulegen. Bei BlackBerry lässt sich sonst das Gerät gar nicht erst einrichten. Die anderen untersuchten Betriebssysteme lassen ein Einrichten ohne Kundenkonto zwar grundsätzlich zu. Allerdings müssen die Nutzer dann laut DIVSI mit erheblichen funktionellen Einschränkungen leben.

Bei iOS und Windows Phone können etwa ohne Konto ausschließlich bereits vorinstallierte Anwendungen genutzt werden. Es gebe keine Möglichkeit, das Gerät um andere Dienste zu erweitern. Lediglich Android biete die Möglichkeit, Apps auch über Dritt- Märkte zu beziehen.

Undurchsichtige Datenzugriffe durch Dritt- Apps

Mit der Installation und Nutzung solcher Dritt- Apps verlasse der Nutzer allerdings den – relativ sicheren – Raum der Datenschutzbestimmungen des Herstellers. Es gelten dann die rechtlichen Bedingungen des Drittanbieters, wodurch sich der Nutzer dem Institut nach einem weiteren Risiko aussetzt.

Zum Teil erhebliche Unterschiede bei den Betriebssystemen gebe es auch bei der Frage, inwieweit ein Nutzer Datenzugriffe durch Dritt- Apps erkennen, verstehen und kontrollieren könne. Unter iOS sei dieser Zugang am restriktivsten gestaltet, bei einem unmodifizierten Android könnten die Apps dagegen prinzipiell auf die meisten privaten Daten zugreifen. Ob und wann solche Zugriffe erfolgen, sei für Nutzer dabei abermals kaum nachvollziehbar, so das DIVSI.

DIVSI- Direktor Matthias Kammer mahnt: "Die Technologie von Smartphones besser verstehen und durchschauen zu können, wird von Monat zu Monat wichtiger, weil die mobilen Betriebssysteme auf immer weiteren alltäglichen Geräten wie digitalen Fitnessarmbändern, Datenbrillen oder in Autos zum Einsatz kommen."

09.09.2014, 10:47
red
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