Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
11.12.2016 - 12:40
Foto: AP

Smarte Stromzähler aus der Ferne abschaltbar

30.12.2013, 10:10
In den kommenden zwei Jahren beginnt in Österreich die flächendeckende Einführung der sogenannten Smart Meter, bis 2019 sollen 95 Prozent der Haushalte mit den intelligenten Stromzählern ausgestattet sein. Datenschutzexperte Hans Zeger hat jedoch massive Bedenken, denn die neuen Stromzähler würden viel über unsere Lebensgewohnheiten verraten. Und: Man könne sie auch aus der Ferne abschalten.

Die neuen Stromzähler leiten die Informationen über den Stromverbrauch im Viertelstundentakt weiter. Das müsste nicht sein, meinte Zeger von der ARGE Daten am Montag im Ö1- "Morgenjournal". "Was wir verlangt haben, war, dass man ein Gerät installiert, das nur die allernotwendigsten Funktionen hat - so wie in Deutschland." Es solle beispielsweise nur ausgelesen werden, wenn die Monats- oder Jahresabrechnung fällig ist oder ein Eigentümerwechsel stattfindet.

Besonders gefährlich findet der Datenschützer, dass die Geräte von der Ferne abschaltbar sind. Dies sei nicht nur für den Betroffenen unangenehm - er hat dann keinen Strom mehr -, sondern könne auch ein ganzes Netz destabilisieren. "Das kann zu einer Kettenreaktion führen, die ganz große Teile von Österreich oder sogar Europa lahmlegt", so Zeger. Nämlich dann, wenn Konzerne attackiert werden. "Bei Geräten, die jetzt am Markt sind, die technisch nicht ausgereift sind, könnte man versuchen, einen Netzbetreiber zu erpressen", ganz nach dem Motto: Wenn du nicht zahlst, schalten wir Tausende Geräte ab.

Einzelne Bürger sollen sich laut Zeger daher genau überlegen, ob sie sich einen intelligenten Stromzähler installieren. Der Datenschützer empfiehlt, so lange zu warten, bis es europaweite Sicherheitsstandards gibt und die Geräte so ausgereift sind, dass sie diesen Standards auch entsprechen. In ein bis zwei Jahren werde das der Fall sein.

95 Prozent aller Haushalte sollen Smart Meter erhalten

Theoretisch können sich Konsumenten auch gegen die Installation der intelligenten Messgeräte wehren. So steht es zumindest im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz, das im Sommer 2013 novelliert wurde: "Im Rahmen der durch die Verordnung bestimmten Vorgaben für die Installation intelligenter Messgeräte hat der Netzbetreiber den Wunsch eines Endverbrauchers, kein intelligentes Messgerät zu erhalten, zu berücksichtigen", heißt es dort in Paragraf 83. De facto sind aber die Netzbetreiber - ebenfalls gesetzlich - verpflichtet, 95 Prozent aller Haushalte mit digitalen Stromzählern auszustatten. Lediglich fünf Prozent können sich also weigern.

Bis zu 50 Euro Ersparnis pro Jahr

Die EU gibt vor, dass bis 2020 europaweit mindestens 80 Prozent aller Haushalte ein Smart Meter haben müssen. Die Geräte sollen Konsumenten beim Energiesparen helfen, weil sie rasch erfahren, wie viel Strom sie verbrauchen und was dieser gerade kostet. In Österreich wird das Einsparpotenzial für einen Haushalt auf 30 bis 50 Euro pro Jahr geschätzt, das sind etwa drei bis vier Prozent der Stromkosten. Die Kosten für den Tausch der rund 5,7 Millionen alten Stromzähler werden hierzulande auf anderthalb bis zwei Milliarden Euro geschätzt, je nachdem, was die Geräte alles können.

30.12.2013, 10:10
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Jetzt online spielen!
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum