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09.12.2016 - 07:14
Foto: APA/EPA/MARCELO SAYAO

Navi- App lotste Ehepaar in tödliche Schießerei

08.10.2015, 10:46
Tragischer Zwischenfall in Brasilien: Ein Ehepaar, das seine Tochter in Rio besuchen wollte, ist durch einen unglücklichen Zufall in eine Schießerei geraten. Die Navi-App Waze hatte die 70-jährige Regina Murmura und ihren Mann Francisco (69) nicht in jene Straße geführt, in der sie ihre Tochter treffen wollten, sondern in ein von Drogenbanden kontrolliertes Elendsviertel. Gangster eröffneten das Feuer und töteten die Frau.

Eigentlich wollte das Ehepaar Murmura seine in Rio lebende Tochter zum Pizzaessen treffen, berichtet die US- Zeitung "Washington Post" . Das Problem: Die Straße in einem sicheren Viertel Rios, in der sich die Familie treffen wollte, trägt den gleichen Namen wie eine Gasse im berüchtigten Elendsviertel Caramujo in der Stadt Niteroi, gleich auf der anderen Seite der Bucht von Rio.

Als die Pensionisten die Straße in ihre Navi- App eingaben und sich dorthin lotsen ließen, ahnten sie nicht, dass Waze sie in größte Gefahr bringen würde.

Drogen- Gang nahm Auto unter Beschuss

Es kam, wie es kommen musste: Als die Murmuras das Elendsviertel erreichten, wurden sie von einer bewaffneten Drogen- Gang in Empfang genommen. Die Kriminellen eröffneten das Feuer auf das Auto - und töteten Regina Murmura. Ihr Mann überlebte nur, weil die Kugeln von Gegenständen im Kofferraum aufgehalten wurden.

Es ist nicht der erste Fall, bei dem Menschen wegen gleicher Straßennahmen inner- und außerhalb der Elendsviertel von Rio in Gefahr geraten sind. Bereits im August wurde eine brasilianische Schauspielerin von ihrem Navi in das gleiche Elendsviertel gelotst. Auch ihr Auto wurde beschossen, sie entkam den bewaffneten Drogenbanden durch Glück.

Die Macher der zu Google gehörenden Navi- App Waze haben angesichts der Zwischenfälle angekündigt, mit der brasilianischen Regierung zusammenarbeiten zu wollen, um künftig zu verhindern, dass ihre App Menschen in gefährliche Viertel führt.

Gewalt in Rios Favelas ist ein Riesenproblem

Die Elendsviertel Brasiliens - die Einheimischen nennen sie "Favelas" - sind seit Jahren sozialer Brennpunkt des Landes. Allein in Rio sollen rund 1,4 Millionen Menschen in diesen Vierteln leben - das ist fast jeder fünfte Einwohner der schillernden Metropole. Kontrolliert werden viele Favelas von bewaffneten Drogen- Gangs wie jener, die nun das Ehepaar Murmura angegriffen hat.

Die brasilianische Regierung geht seit 2008 mit schwerbewaffneten Polizeieinheiten und sogar der Armee gegen die Banden in den Elendsvierteln vor und konnte in Rio einige Favelas befrieden.

Im benachbarten Niteroi regieren vielfach aber immer noch die Banden. Dem Bürgermeister Rodrigo Neves zufolge sollen sie in den letzten Jahren sogar noch an Macht gewonnen haben. Seit die Favelas in Rio - wie am Foto zu sehen - von Polizei und Armee durchkämmt werden, wandern Rios Kriminelle in seine Stadt aus, so sein Vorwurf.

08.10.2015, 10:46
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