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08.12.2016 - 07:45
Foto: Apple

Apples tastenlose Streichel- Maus und das "Budgetbook"

11.11.2009, 10:22
Im Oktober hat der US-Computerkonzern Apple seine Produktneuheiten für das Weihnachtsgeschäft vorgestellt. Neben runderneuerten Modellen in der All-in-One-Desktopserie iMac gab es die tastenlose Magic Mouse und ein neues Kunststoff-MacBook zu einem - sogar für Apple-Verhältnisse - sehr kämpferischen Preis. krone.at holte sich den Laptop für einen Qualitäts-Check und unterzog die Maus einem ausführlichen "Streicheltest".
Zu Beginn der Quick- Test des neuen Einsteiger- MacBooks: Mit 899 Euro Startpreis für 13,3 Zoll Glare- Display mit LED- Beleuchtung, Core- 2-Duo- Prozessor mit 2,26 GHz, zwei GB DDR3- RAM, 256 MB Nvidia Onboard- Chip, n- WiFi und Bluetooth, sowie DVD- Multiformat- Brenner, Webcam und einer 250 GB Festplatte mit 5400 rpm ist seit kurzem das günstigste MacBook am Markt.

Das weiße Kunststoffgehäuse des runderneuerten Einsteiger- Macs beherbergt zwei USB- Anschlüsse, einen Mini- Display- Port und Ethernet- sowie einen digital- analogen Audio- I/O- Anschluss und wird jetzt wie bei den metallenen MacBook Pros im sogenannten Unibody- Design hergestellt, d.h. es gibt auf den Gehäuseoberteilen keine Naht und keine Schraube. Der Akku - Apple verspricht sieben Stunden Laufzeit, die auch mit Surfen und Textverarbeitung reproduzierbar ist - ist fix verbaut. Das Gehäuse wirkt wie aus einem Guss und verhält sich auch dementsprechend formstabil. Die Hardware- Performance erfüllt die Erwartungen, für die Benchmark- Flut siehe Google.

Im Vergleich zum Vorgängermodell macht das rundere Gehäuse das Arbeiten angenehmer und körperschonender. Die scharfe Kante des ersten Plastik- MacBooks hat bei längeren Schreibarbeiten Druckstellen an den Handgelenken verursacht. Die Tastatur ist im Vergleich zum Vorgänger gleich gut geblieben. Das neue Trackpad mit Glasoberfläche bereitet beim MacBook fürs kleine Budget nun genauso wundersame Aha- Erlebnisse, wie bei der Pro- Serie.

Etwas gewagt erscheint die von Apple groß angepriesene Gummi- Unterseite des Laptops, dasselbe Material wie bei AppleTV und Airport- Extreme- Router. Man erwartet, dass das MacBook nun förmlich auf dem Schreibtisch "kleben" sollte. Tut es aber nicht immer. Ein Vergleich mit einem alten iBook auf einem Glas- Schreibtisch bewies das. Wenn man hier nicht unbedingt Fensterputzmittel à la Folienklebetechnik vor dem Aufstellen druntersprüht, gleitet der Laptop wie ein Hoovercraft auf dem Schreibtisch. Glasflächen sin aber gerade bei Apple- Benützern als chronische "Maus- Verzichter" besonders beliebt. Regelrecht unschön wird's, wenn man den Laptop länger auf den Oberschenkeln hat. Zumindest beim brandneuen und dadurch elektrostatisch mehrbelasteten "Budgetbook" sammelten sich nach einer zweistündigen Zugfahrt an der Unterseite Fussel und Baumwollfasern. Das MacBook, deine Kleiderbürste.

Fazit: Das neue Unibody- Gehäuse, das konkurrenzlose Multitouch- Trackpad sowie die hochwertige Verarbeitung werten das im Vergleich zu PC- Laptops arg unterausgestattete Einsteiger- Macbook gerade noch einen Vergleich rechtfertigend auf. Der größte Kaufgrund wird ohnehin die Mac- Plattform sein, die nun mit dem in Apple- Sphären durchaus kämpferischen Preis etwas leistbarer wird. Der Gummiboden ist aber nichts für den Glasschreibtisch- Besitzer, wenn er nicht gerade Putzmittelverteter ist.

Nun zur tastenlosen Maus: Obwohl man die Markteinführung des heute wohl am weitesten verbreiteten Zeigegeräts dem Computerhersteller aus dem kalifornischen Cupertino zuschreibt, hat Apple in seiner Geschichte mehrmals Rufmord an der Maus begangen. Zunächst verzichtete man 26 Jahre lang gänzlich auf eine zweite oder gar dritte Taste, was Mac- Benützern aus der Windows- Welt bis heute bissige Kommentare beschert.

1998 verbrach man eine mit dem Spitznamen "Hockey Puck" versehene, scheibenrunde Maus, die der gemeinen Sehnenscheidenentzündung eine neue Dimension gab: die "Maushand". Die runden, Single- Camembert- großen Problem- Mäuse wurden erst nach zwei Jahren und massiven Kundenprotesten durch Geräte aus transparentem Kunststoff im handelsüblichen Format ersetzt. Die Bedienhilfen glänzten damit, dass die ganze obere Gehäusehälfte der Maus die "Taste" war.

Fünf Jahre später, im Jahr 2005, rang man sich mit der Mighty Mouse zum ersten Zwei- Tasten- Gerät mit einem omnidirektionalen Scrollball und einer Zusatztaste durch. Das komplette Gehäuse war diesmal zwei Tasten (sic!), die Sensoren im Inneren ordneten die Druckbewegungen jeweils der linken oder rechten Hälfte zu. Aber die Technik ist ja bekanntlich "a Hund": Sekundärklicks wurden mit fortschreitendem Alter der Mäuse immer mehr zum Klick- Roulette.

Bei der Entwicklung der Magic Mouse ist den kalifornischen Ingenieuren nun offenbar ein Licht aufgegangen. Man fragte sich "Was brauchen wir wirklich?" und "Wo können wir keine Fehler machen?" - und hat das Mausproblem dann kurzerhand mit Technologie aus dem Notebook- Bereich gelöst. Über ein Apple- Tochpad hat sich nämlich in zwanzig Jahren Mac- Notebooks noch kein User ernsthaft beschweren können. Also ist die Magic Mouse eine Maus mit Touchpad geworden.

Die Inbetriebnahme des Apfel- Mäuschens geht kinderleicht: Bluetooth am Mac aktivieren, Schalter an der Maus umlegen, einmal in die Systemeinstellungen geklickt - und schon hat die Zaubermaus den Zeiger übernommen. Um dann auch die Touch- Oberfläche zum Scrollen benützen zu können, Bedarf es noch eines über 60 Megabyte großen Updates (bei den neuen Desktops schon an Bord). Die Tasten sind auch hier die obere Hälfte des Gehäuses, d.h. die komplette Magic Mouse klickt. Gescrollt wird in alle Richtungen inklusive "Nachfeder- Effekt" à la iPhone per Fingerstrich auf der Oberfläche. Legt man zwei Finger auf die Maus, kann man in Programmen wie iPhoto Bilder "weiterwischen" oder in iTunes durch CD- Cover blättern.

Die Magic Mouse ist extrem flach, dafür aber einen knappen Zentimeter länger als die alte Mighty Mouse. Die Bedenken, man würde sie beim Scrollen wegrücken, können hier zerstreut werden. Dank zweier AA- Batterien - Apple macht hier nicht auf "green" und legt keine Akkus bei - ist die Maus schwer genug, um selbst erregten Streichlern Stand zu halten. Auf der harten und spiegelglatten Hartplastikoberfläche gleiten die Finger nahezu widerstandsfrei. Schwitzige Hände beeinträchtigen die Bedienung nicht, erst bei zwei, drei Wassertropfen wird das Scrollen unmöglich. Die Unterseite der Maus ist aus Aluminium gefertigt und bleibt stets angenehm kühl. Statt der üblichen vier "Knubbel" an der Unterseite gleitet die Maus auf zwei Plastikkufen. Auf Mousepads und Schreibtischen mit glattem Holzfurnier funktioniert das problem- und fast geräuschlos. Im Test mit einem massiven, unlackierten Holzschreibtisch erzeugten die Kufen dann aber richtig nervigen Lärm. Wer daheim also auf unbehandelten Möbeln werkt, wird entweder ein Mousepad oder Ohrenstöpsel brauchen. Hinweis: Hardrock tut's leider nicht. Auf Glas macht die Laser- Maus wenig überraschend auch nicht mit.

Die Batterielaufzeit gibt Apple mit vier Monaten an, weil sich die Magic Mouse angeblich bei Nichtbenutzung abschaltet. Im Test ließ sich freilich beides nicht überprüfen, eine etwaige Schrecksekunde nach längerer Nichtbenützung war nicht zu bemerken. US- Tester berichten, dass die Maus mit den mitgelieferten Energizer- Batterien nach einer Woche bei 75% Batterie- Kapazität stand. Inwieweit das aussagekräftig für die Gesamtzeit ist, bleibt aber ebenfalls fraglich.

Fazit: Als Nachfolger der Mighty Mouse (die Maus gibt es kabelgebunden immer noch unter dem Namen Apple Mouse) glänzt die Magic Mouse mit weitaus besserer Verarbeitung und einem mehr als angenehmen Handling. Wer einen Apple- Laptop benützt oder unterwegs immer am Trackpad arbeitet, wird sich auf der Maus schnell wohlfühlen. Das ultimative Feature wäre noch eine Fingerkombi für Funktionen wie Exposé, bei 69 Euro Kaufpreis sollte das noch drinnen sein, zumal es die Mighty Mouse mit der Zusatztaste konnte. Wer noch warten kann und will, sollte in ein paar Wochen die ersten Langzeit- Testberichte lesen. Bei Apples Maus- Sündenregister kann man ja nie wissen...

von Christoph Andert

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