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07.12.2016 - 23:05
Foto: © [2008] JupiterImages Corporation

10 Regeln für den Digicam- Kauf

24.06.2008, 12:03
Der Sommer hat begonnen, die Urlaubsmonate nahen - jetzt bricht die Zeit an, in der wir statistisch gesehen die meisten Fotos schießen. Das wissen auch die Digitalkamerahersteller und Elektrohändler, die ihre Kundschaft mit neuen Geräte und massig Angeboten erwarten. Mit diesen 10 Regeln solltest du beim Kauf einer neuen Digicam - egal ob kompakt oder Spiegelreflex - gegen bedeutungslose Argumente und gefinkelte Verkaufstricks gewappnet sein.

1. Es war einmal ein Megapixel- Märchen

Die Story hat sich in den letzten Jahren ja schon herumgesprochen: Mehr Megapixel machen nicht bessere Fotos. Umgekehrt gilt aber der lahme Satz mancher Profis, dass bloß vier oder fünf Megapixel ebenfalls reichen würden, auch nicht wirklich. Das Dumme daran ist nämlich, dass fünf Megapixel auf einem entsprechend großen Bildsensor tatsächlich reichen würden, bloß verbaut kaum ein Hersteller solche Chips in seine Bestseller. Wer heute eine Digitalkamera mit 5- MP- Sensor kaufen möchte und dazusagt, dass er gern ein hochwertiges Modell hätte, für das er bis zu 400 Euro ausgeben würde, holt sich im Elektrofachmarkt höchstens ein mildes Lächeln ab. Aber was tun, um die Spreu vom Weizen zu trennen?

Ein gesundes Verhältnis muss her: Eine teure Kamera kann prinzipiell einen zweistelligen MP- Wert haben. Wer um 149,- Euro 10.1 Megapixel kaufen könnte, sollte stutzig werden. Hier handelt es sich dann wohl um ein Tuning am Bildsensor, dem zusätzliche Megapixel "eingeimpft" wurden, obwohl dafür eigentlich kein Platz am Chip wäre - womit wir bei einem weiteren Indikator wären: Der Größe des Bildsensors. Diese wird im Datenblatt einer Digicam in Zollbrüchen angegeben, also 1/1,7 Zoll oder 1/2,3 Zoll, und beschreibt die Diagonale des Chips. Je größer die Zahl im Bruch, desto kleiner ist der Sensor. Wenn dann auf einem 1/2,7 Zoll großen Chip zehn Megapixel oder sogar mehr Platz finden, begünstigt das das so genannte Bildrauschen. Aufnahmen bei widrigen Lichtverhältnissen bekommen unschöne Artefakte, es "grieselt", wie man sagt.

Ach ja, wegen der Größe der Bilder: Für einen Foto- Ausdruck auf DIN A4 reichen bereits fünf Megapixel, mit sieben erzielt man schon optimale Werte, die in Richtung Profi- Auflösung gehen.

2. "Digital- Zoom" zählt nix

Fünffacher optischer Zoom - also ein Objektiv mit Brennweite im Kleinbildbereich von 28 bis 170 Millimetern -, das ist derzeit der durchschnittliche Wert bei guten kompakten Digitalkameras mit fix verbautem Objektiv. Was bei einer Kaufentscheidung ganz und gar keine Rolle spielen sollte, ist der so genannte "Digitalzoom". Hierbei wird die Aufnahme digital aufgeblasen, so als würde man am Computer einfach die Lupe in einem Bildbetrachtungsprogramm auf 200 Prozent drehen. Das Ergebnis: Digital gezoomte Fotos sind schlicht und ergreifend von mieser Qualität. Sollte die Kamera die Funktion dennoch haben - am besten gleich deaktivieren.

3. Slogans von "HD- Qualität" bis "ISO- Power"

Die neuste "Masche" bei den Herstellern: Man verspricht Bilder in "HD- Qualität" oder sogar "Full HD". Der Witz daran: Eine Bildgröße von 1990 Pixeln in der Breite erreichte man bereits mit den ersten 3,2- Megapixel- Digitalkameras. Das einzige Novum, das sich hinter den Slogans verbirgt ist die Möglichkeit, Fotos im 16:9- Format aufzunehmen. Die Funktion wird seit der Verbreitung von Flat- TVs und Widescreen- Computerbildschirmen eingebaut, um Nutzern, die ihre Fotos direkt von der Kamera am TV oder am Computer betrachten, die Möglichkeit zu geben, die volle Bilddiagonale ausschöpfen zu können. Motivtechnisch eignet sich 16:9 im Fotografiebereich aber meist nur für Landschaftspanorama und Gruppenfotos, bei denen sich alle Personen nebeneinander aufstellen müssen. Wer Fotos direkt von der Cam am Flat- TV betrachten möchte, sollte sich dann auch nach einer Kamera mit HDMI- Anschluss umsehen.

4. Der Bildstabilisator- Trick

"Mechanischer Bildstabilisator" oder "optischer Bildstabilisator" - so oder so darf eine wirksame Anti- Verwackelungsmaßnahme in den technischen Daten einer Digitalkamera genannt werden. Liest man "elektronischer Bildstabilisator" oder Dinge wie "Steady shot", so handelt es sich dabei nicht um eine mechanische Vorrichtung am Objektiv oder am Sensor (üblicherweise werden dabei Elemente federnd gelagert, damit sich Wackelbewegungen des Fotografen beim Auslösen nicht übertragen), sondern um einen Softwaretrick. Es wird die Lichtempfindlichkeit des Sensors hochgeschraubt um eine kürzere Belichtungszeit zu erreichen. Das führt jedoch zu störendem Bildrauschen und ist keinen Cent wert.

5. Nicht beim Objektiv sparen

Wer sich eine digitale Spiegelreflexkamera kauft, braucht auch Objektive. Anders als bei Kompaktkameras, wo die Optik fix im Gerät integriert ist und meistens eine mindestens vierfache Vergrößerung erlaubt, werden DSLRs zumeist mit einer Standardoptik im Bereich von 18 bis 55 oder 28 bis 70 Millimeter ausgeliefert, was nicht sehr weit reicht. Man braucht früher oder später ein zweites Objektiv, das man damals beim Kauf günstiger erwoben hätte. Der Fotoboom der letzten Jahre hat allerdings auch Objektive hervorgebracht, die einen Bereich von 18 bis 250 Millimeter abdecken können und nur ein bisschen mehr kosten, als zwei Einzelobjektive. Fakt ist: Die beste Kamera nützt nichts ohne eine gute Optik vorne dran.

6. Die Speicherkarten- Falle

Wer vor vier, fünf Jahren eine Digitalkamera gekauft hat, musste bei der Speicherkarte noch kräftig löhnen. Heute sind die Preise so weit gepurzelt, dass man pro Megabyte weniger als einen Cent bezahlt. Aber Vorsicht: Billigkarten - vor allem beim weit verbreiteten SD- Format - bremsen oft mit langsamer Geschwindigkeit, sind für den Einsatz in PDAs und Handy zwar geeignet, mit der Kamera erlebt man dann plötzlich elends lange Verzögerungen beim Betrachten oder scheitert bei Serienbildern, weil die Karte noch nicht gespeichert hat, wenn man schon das nächste Bild knipsen möchte. Eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 10 Mb/s sollte es sein.

7. Obacht bei der Videofunktion

Der wahre Fotoenthusiast sieht es zwar nicht gerne, aber die Videofunktion bei Digitalkameras ist für viele Benützer ein Muss. Dementsprechend hat sich auch die Tauglichkeit der Digicams als Camcorder entwickelt. Etliche Modelle warten bereits mit Stereosound und einer Framerate von 30 Bildern pro Sekunde auf, was beim Kauf nicht zu unterschreitende Eckdaten sind. Die Auflösung liegt weiterhin selten höher als bei 640 mal 480 Pixeln, was für das Betrachten der Clips am Computer aber ausreicht. Vorsicht ist hingegen beim Format geboten: Wer auf höchste Kompatibilität setzt, wird wenig Freude haben, wenn seine Kamera nur mit Quicktime abspielbare Videos aufzeichnet.

8. Preise vergleichen

Digitalkameras werden mittlerweile fast nach demselben Gesetz wie Desktop- PCs oder Notebooks verkauft. Die Preise ändern sich beinahe täglich, weil fast täglich neue Modelle erscheinen. An der Flut an Modellen sind auch die Hersteller beteiligt, die bisweilen ein und dieselbe Kamera in fünf Versionen bringen, die sich nur geringfügig unterscheiden. Ein Preisvergleich im Internet (siehe Infobox) ist vor dem Digicam- Kauf ein absolutes Muss.

9. Immer nach dem Bundle fragen
"Gibt's da noch eine Tasche dazu?" "Kann man die Kamera nicht auch als Set mit zweitem Objektiv und Blitz kaufen?" "Was kostet ein zweiter Akku, wenn ich ihn jetzt gleich mitkaufe?" Diese Fragen sollte man einem Händler unbedingt stellen. Wenn man sich bei einem Fachmann abseits der großen Elektromarktketten befindet, ist die umso wichtiger. Manchmal ist es zum Staunen, was man in einem kleinen Fotogeschäft noch an Extras bekommt, wo der Verkäufer im Großhandel bereits an seinem Computer scheitert.

10. Live testen
Aussagen wie "Nein, da müsste ich die Kamera ja auspacken" oder "Da hab ich gerade kein Testgerät da" dürften eigentlich keinem Verkäufer, dessen Unternehmen auf Service ausgerichtet ist, über die Lippen kommen. Sie tun es aber doch. Trotzdem ist es mehr als sinnvoll, eine Kamera vor dem Kauf einem Test zu unterziehen und zumindest zwei, drei Fotos damit zu machen. Eine mögliche Variante ist aber auch, von seinem Rückgaberecht Gebrauch zu machen. Kann der Bestpreis- Händler einen Test nicht ermöglichen, so sollte man sich die Option freihalten, die Kamera bei Nichtgefallen für eine Gutschrift oder gar Bargeld retournieren zu können.

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