Nach Erdöl-Anschlag

Heftige Kämpfe mit Terror- Verdächtigen in Riad

Ausland
27.02.2006 08:39
Drei Tage nach dem Selbstmordanschlag auf eine Erdölraffinerie in Saudiarabien haben Sicherheitskräfte bei heftigen Kämpfen in einem Vorort der Hauptstadt Riad fünf mutmaßliche Terroristen getötet. Die Getöteten seien in den Anschlag auf die Erdölanlage von Abkaik verwickelt gewesen, berichtete der Fernsehsender Al-Arabiya.

In dem Wohnviertel Al-Jarmuk waren zuvor Schüsse aus automatischen Waffen und explodierende Granaten zu hören. Rauch stand über dem weiträumig abgesperrten Vorort, über dem Armee-Helikopter kreisten.

Die Terrororganisationen Al-Kaida hatte am Samstag im Internet mit weiteren Anschlägen auf Erdöleinrichtungen in Saudiarabien gedroht. Man werde "die Kräfte der Kreuzfahrer und der Tyrannen" am weiteren "Raub der islamischen Reichtümer hindern" und die "Arabische Halbinsel von der Präsenz der Ungläubigen befreien", hieß es in der Botschaft. Bereits vor einem Jahr hatte der aus Saudiarabien stammende Al-Kaida-Führer Osama Bin Laden seine Anhänger zu Anschlägen auf Öl-Anlagen am Golf aufgerufen.

Hochburg religiöser Fanatiker
Das Königreich ist bereits seit Mai 2003 Schauplatz von Anschlägen und Attentaten, für die islamische Extremisten aus den Reihen des Terrornetzwerks Al-Kaida die Verantwortung übernahmen. Die Provinz Al-Kasim im Norden von Riad gilt als Hochburg religiöser Fanatiker. Von dort sind auch schon zahlreiche selbst ernannte "Gotteskrieger" zum Kampf in den Irak gezogen.

Botschaften westlicher Länder warnen immer wieder vor Anschlagsplänen von islamischen Extremisten in dem weltgrößten Öl- Exportland. Das herrschende Regime weist in den Augen der Islamisten zwei entscheidende Fehler auf: Einerseits stößt der als dekadent empfundene Lebensstil des Herrscherhauses auf Widerstand, andererseits gelten die engen Kontakte zu den USA als Todsünde.

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