Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
11.02.2016 - 09:38

Erdogan drohte EU mit kompletter Grenzöffnung

08.02.2016, 22:11
Präsident Recep Tayyip Erdogan und EU-Ratspräsident Donald Tusk
Foto: APA/AFP/EMMANUEL DUNAND

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einem griechischen Medienbericht zufolge im November EU- Spitzenpolitikern mit der kompletten Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge gedroht, sollte die EU ihr Angebot an die Türkei nicht verbessern. Die Website "euro2day.gr" veröffentlichte am Montag die vierseitige Zusammenfassung eines Gesprächs, das Erdogan mit EU- Kommissionschef Jean- Claude Juncker und EU- Ratspräsident Donald Tusk am Rande des G20- Gipfels in Antalya geführt haben soll.

Demzufolge fragte Erdogan, ob die EU seinem Land drei oder sechs Milliarden Euro zur besseren Unterbringung von Flüchtlingen zukommen lassen wolle. Als Juncker gesagt habe, dass die EU ein Paket von drei Milliarden Euro plane, soll Erdogan erwidert haben, dass die Türkei das Geld ohnehin nicht brauche. "Wir können die Tore nach Griechenland und Bulgarien jederzeit öffnen und die Flüchtlinge in Busse setzen."

"Wie wollen Sie mit Flüchtlingen umgehen? Sie töten?"

Rhetorisch fragte der türkische Präsident seine Gesprächspartner den Angaben zufolge: "Wie wollen Sie mit den Flüchtlingen umgehen, wenn Sie keine Einigung erzielen? Die Flüchtlinge töten?" Tusk habe geantwortet, man könne die EU weniger attraktiv für Migranten machen, aber das sei nicht die Lösung, die man wolle. Daraufhin habe Erdogan geantwortet, dass die EU mit mehr als nur einem toten Buben an der türkischen Küste konfrontiert werde. "Es werden 10.000 oder 15.000 sein. Wie wollen Sie damit umgehen?"

Den Angaben zufolge beklagte sich Erdogan zudem, dass die Türkei bei den EU- Beitrittsverhandlungen seit 53 Jahren auf Fortschritte warte. Juncker habe auf die Dringlichkeit der aktuellen Probleme in der Flüchtlingskrise hingewiesen und mit Blick auf ein Treffen in Brüssel Anfang Oktober gesagt: "Wir arbeiten hart, und wir haben Sie in Brüssel wie einen Prinzen behandelt." Erdogan soll darauf erwidert haben: "Wie einen Prinzen? Natürlich, ich repräsentiere kein Dritte- Welt- Land."

Kein Kommentar aus Brüssel

Sprecher von EU- Rat und EU- Kommission wollten die Echtheit der Aufzeichnungen weder bestätigen noch dementieren. Vom Büro Erdogans gibt es bisher keine Stellungnahme. Unklar ist zudem, wer das Protokoll verfasst hat und wie die griechische Website daran gelangt ist.

Die EU hat nach längerem Streit erst in der Vorwoche das Paket in Höhe von drei Milliarden Euro für die Türkei bewilligt. Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel betrachtet das Land als Schlüssel zur Bewältigung der Flüchtlingskrise und war am Montag zu weiteren Gesprächen bei der türkischen Regierung in Ankara .

AG/red
Drucken
Werbung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum