Im Nadelstreif, mit goldener Uhr und dickem Aktenordner zierte der stämmige Türke am Freitag die Anklagebank. Kein ungewohnter Platz für den Unternehmer, wurde er doch vor Kurzem wegen der Drohung mit einem Messer verurteilt.
Man kann sagen: Der 100- Kilo- Koloss ist ein jähzorniger Zeitgenosse. Diese Wut bekam die Wipptaler Firseurin zu spüren. Als sie nach einem Kinobesuch in Innsbruck nach Matrei fuhr, wurde sie von dem Café- Besitzer verfolgt. Der fühlte sich ungerecht behandelt: "Die Frau hat mich auf einer Kreuzung geschnitten", begründete er.
Von Wilten bis nach Matrei "klebte" der Drängler knapp am Heck des Autos der Frau. Ihre Angst wuchs von Minute zu Minute. Als sie bei Matrei ausfahren wollte, schnitt ihr der Türke den Weg ab. Kein Problem, mit seinem 200- PS- Mercedes. Er stürmte auf den VW Polo zu, riss die Türe auf und spuckte der Frau ins Gesicht, zudem donnerte er ihr die Autotür gegen den Fuß. Die Frau wurde erheblich verletzt und erlitt einen psychischen "Knacks". "Ich muss nun ein Antidepressivum nehmen". Urteil: 9.000 Euro Geldstrafe! Nicht rechtskräftig. "Ich bin unschuldig", beteuerte er.
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
Symbolbild