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Mord im Außerfern soll nach 22 Jahren aufgerollt werden

25.02.2012, 12:30
Mord im Außerfern soll nach 22 Jahren aufgerollt werden (Bild: Gebi Schnöll)
Foto: Gebi Schnöll
Es war der 9. Juni 1990, als in Grän im Tiroler Außerfern die Buchhalterin Angelika Föger (32) in einer Molkerei ermordet wurde. Ein Lehrling (16) gestand die Tat und wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Walter Föger (rechts im Bild), der Gatte des Mordopfers, ist aber sicher, dass es einen zweiten Täter gegeben hat und er dafür auch Beweise vorlegen könne.

Der Außerferner Postler Walter und sein Großcousin Wolfram Föger, der bei der Gendarmerie als Kriminalbeamter tätig war und unzählige Tatortspuren sicherte, sind davon überzeugt, dass das Gutachten, das damals in der Innsbrucker Gerichtsmedizin erstellt wurde, mit den Spuren am Tatort nicht übereinstimmt. Zumindest ein zweiter Täter soll an der Tat beteiligt gewesen sein. "Der Lehrling behauptete zwar, dass er allein den Mord verübt habe. Tatortfotos und Haare beweisen aber, dass er das Verbrechen nicht alleine verübt hat", so Wolfram Föger.

"Das zweite Gutachten wurde vorsätzlich falsch erstellt"

Denn laut Gutachten sollen Haare, die in der Hand der Toten sichergestellt wurden, hell gewesen sein und nicht der Haarfarbe der Toten entsprochen haben. Ein Jahr später wurde ein weiteres Gutachten erstellt, in dem stehen soll, dass die hellen Haare doch vom Opfer stammen könnten. "Meine Frau hatte kein einziges helles Haar am Kopf. Das zweite Gutachten wurde vorsätzlich falsch erstellt, weil beim ersten schwere Fehler passiert waren", lautet der Vorwurf des Witwers. Vollends misstrauisch wurden die Angehörigen des Mordopfers, als die sichergestellten Haare plötzlich aus der Gerichtsmedizin verschwunden waren.

Ein weiteres Indiz für zumindest zwei Täter sieht Wolfram Föger in Blutspuren, die am Tatort sichergestellt wurden und der Version des Täters widersprechen würden. Deshalb wurde jetzt Anzeige gegen zwei Gerichtsgutachter und zwei Staatsanwälte, für die natürlich die Unschuldsvermutung gilt, wegen Verdachts der Urkundenfälschung und des Amtsmissbrauchs erstattet.

Gebi Schnöll, Kronen Zeitung
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