Absturz der SPÖ

Schwarz und Rot liefern sich knappes Duell

Steiermark
28.06.2009 12:36
Mieses Politklima, Absturz der SPÖ, die ÖVP einigermaßen stabil: Das sind die Kernaussagen einer großen Umfrage, die IMAS im Juni exklusiv für die „Steirerkrone“ durchgeführt hat. Die Menschen im Land haben die ständigen Streitereien der Großparteien satt und hätten ganz offensichtlich Politiker lieber, die anpacken, anstatt sich ständig zu beflegeln . . .

Bewegte Zeiten brauchen Antworten! Die Steiermark und ihr Landeshauptmann haben in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen gepachtet. Wie wirkt sich die heftige Diskussion auf das Wahlverhalten der Steirer aus, wie sympathisch sind unsere Politiker, wie empfinden die Landsleute Politik ganz allgemein?

Die „Steirerkrone“ hat das renommierte Linzer Meinungsforschungsinstitut IMAS mit einer großen Umfrage beauftragt.

Vorweg zum Wichtigsten, der Sonntagsfrage. Wem würden die Steirer ihrer Stimme geben, wenn schon heute Landtagswahlen wären?

Das Ergebnis der Exklusivumfrage
(in Klammer der Vergleich zur letzten Landtagswahl 2005)

SPÖ: 37% (-4,7%)
ÖVP: 37% (-1,7%)
FPÖ: 9% (+4,4%)
GRÜNE: 5% (+ 0,3%)
KPÖ: 4% (-2,3%)
BZÖ: 3% (+1,3%)
Andere Parteien: 3%

Andreas Kirschhofer, der Chef von IMAS, rapportiert trocken: „Franz Voves besitzt augenscheinlich nicht mehr das Merkmal einer Wahlkampflokomotive.“ Das Ergebnis von 2005 würde von den Sozialdemokraten deutlich verfehlt, Rot und Schwarz  bewegen sich auf dem gleichen Level.

Auch die Kommunisten würden kräftig Federn lassen und auf nur noch vier Prozent schrumpfen. Die Grünen könnten sich – auf niedrigem Niveau – bestenfalls behaupten.

Mit einem „blauen Auge“ kommen die  Freiheitlichen davon: Nach IMAS-Recherchen verdoppeln sie zwar ihr 2005er-Ergebnis,   kommen aber nicht annähernd an den Österreich-Schnitt von etwa 15 Prozent heran. Auch das BZÖ würde sich verbessern. Drei bis vier Prozent bedeuten auch hier eine Verdoppelung, der Einzug in den Landtag würde aber aus heutiger Sicht  verfehlt.

Was die Steirer nervt, ist das politische Klima. Nur ganz wenige – 15 Prozent – haben das Gefühl, dass die Parteien miteinander fair umgehen, 74 Prozent dagegen empfinden den Zank und Hader sogar als „gehässig“. Wer dafür verantwortlich zeichnet, ist über alle Parteien gestreut, die Hauptschuld  trage allerdings die ÖVP (mit 51 Prozent).

Wobei Andreas Kirschhofer relativiert: „Streit gehört zur fixen Rollenvorstellung. Gefährlicher wäre konfliktarmes Klima. Das erweckt in der Bevölkerung allzu leicht den Verdacht der Packelei.“

Und wie ist’s um die Sympathie der Politiker bestellt? Da hat Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger alle Kollegen weit aus dem Feld geschlagen. Durchaus überraschend auch der noch immer hohe Sympathie-Zuspruch für Franz Voves. Wobei – mit einer Ausnahme, Kurt Flecker – sich sämtliche Mitglieder der Landesregierung im Sympathieplus finden.

von Gerhard Felbinger und Gerhard Schwaiger, "Steirerkrone"

Am Montag in der "Steirerkrone": Wie die Steirer den Konflikt Faymann-Voves und die Affäre um die Privatstiftung der steirischen SP sehen.

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