Am Streptomycin scheiden sich die Geister: Für viele Obstbauern ist es das Wunderheilmittel gegen Feuerbrand, für Umweltschützer und Imker aber ein gefährlicher "Giftcocktail" im Obstgarten. Folgende spektakuläre Wendung liefert nun Wasser auf die Mühlen der Gegner: 500 - bereits mit dem Antibiotikum präventiv behandelte Bäume - mussten im schweizerischen Thurgau gefällt werden, weil sie von der Pflanzenseuche befallen waren.
Lambert Schönleitner (Grüne) ist verärgert: "Wer Antibiotika einsetzt, schadet nur sich selbst und den Konsumenten. Ich hoffe, dass die Steiermark angesichts dieses Knalleffekts im nächsten Jahr ganz auf Streptomycin verzichtet."
Die oststeirischen Imker, die sich besonders heftig gegen das "Giftspritzen" wehrten, wollen sich gar nicht erst darauf verlassen: "Notfalls siedeln einige von uns sogar ihre Bienenvölker aus den 'Behandlungszonen' aus. Eine riesige logistische Maßnahme!"
von Jörg Schwaiger und Barbara Winkler, "Steirerkrone"
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