Der Politikwissenschafter Anton Pelinka, Vorsitzender des VWI, erklärte: "Das Institut soll dem Archiv und Vermächtnis Simon Wiesenthals einen würdigen Rahmen geben." An der Konzeption des Instituts war Simon Wiesenthal noch persönlich beteiligt. "Er wollte, dass sein Archiv in Wien bleibt - unter bestimmten Voraussetzungen," so Pelinka.
Das VWI soll sich ganz im Sinne des Namensgebers der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung von Fragen zu Antisemitismus, Rassismus und Holocaust widmen. "Das Institut ist ein Angebot an Wien und an Österreich," strich Pelinka die wissenschafltiche Bedeutung der Einrichtung hervor. Es wäre ein Institut, "mit dem sich Österreich auf die Landkarte der internationalen Holocaust-Forschung setzt."
Herzstück des Instituts soll die etwa 8.000 Dokumente umfassende Sammlung Wiesenthals sein. Es umfasst die schriftlichen Zeugnisse der jahrzehntelangen Suche Wiesenthals nach Gerechtigkeit im Zusammenhang mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. Ein weiterer zentraler Bestandteil wäre das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG). Die Anlaufstelle der IKG unterstützte etwa 14.000 NS-Opfer bei Entschädigungsansuchen. Dafür wurde das in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in viele Teile zerrissene historische Archiv rekonstruiert. In Wien wurden wertvolle Bestände aus der NS-Zeit entdeckt, wie etwa Namenskarteien aller Juden, die unter der NS- Herrschaft aus Wien vertrieben worden waren.
Derzeit sind politische Gespräche auf Landes- und Bundesebene in Gang. Die Betreiber hoffen auf erste Ergebnisse im Februar. Der Vollbetrieb wird für die Jahre 2009/2010 anvisiert.
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