Unterschrieben

Verkauf an US-Hedge- Fond Cerberus besiegelt

Österreich
30.12.2006 20:18
Kurz vor Jahreswechsel war es endlich so weit: Der ÖGB hat sich mit Cerberus über den verbindlichen BAWAG-Kaufvertrag geeinigt. Auch letzte offene Haftungsfragen bei Bank und Banktöchtern gelten als ausgeräumt. Die Gewerkschaftsbank wird 2007 an ein Konsortium unter Führung des US-Investors Cerberus verkauft. Nach mehrtägigen Verzögerungen wurde der Vertrag in der Nacht auf Samstag unterschrieben.

Die BAWAG P.S.K ist die fünftgrößte Bank des Landes. Für den ÖGB war es ein schwerer Schritt, sich von seiner Bank zu trennen. Sie war das letzte große Asset. Teure Fehlspekulationen der einstigen Bankführung in Übersee und letztlich der Zusammenbruch des US-Brokers Refco hatten sowohl die BAWAG als auch deren Eigentümer ÖGB an den Rand der Pleite getrieben. Nur mittels Bundesgarantie über 900 Mio. Euro konnte ein Bankzusammenbruch heuer im Mai verhindert werden.

Der BAWAG-Skandal gilt schon jetzt als der größte Wirtschaftsskandal der Nachkriegszeit. Auf die Schlüsselfiguren und Mittäter der einstigen Fehlspekulationen warten lange und wohl spektakuläre Gerichtsprozesse.

Am 14. Dezember hatte der Bundesvorstand des ÖGB beschlossen, seine Bank an das "Cerberus-Konsortium" zu verkaufen. Die Käufer machen dafür insgesamt etwa 3,2 Mrd. Euro locker.

An Bord hat Cerberus für die BAWAG-Übernahme die Generali Versicherung sowie Wüstenrot, auch einige Industrielle (Androsch, Marsoner, Rauch, Schaschl) haben die Übernahme kleiner Aktienpakete angekündigt. Ins Boot genommen haben die Amerikaner zudem die börsenotierte Österreichische Post. In einigen Jahren will Cerberus die Gewerkschaftsbank an die Börse bringen.

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