106 Millionen Euro

Klimts Adele für Rekordpreis verkauft

Österreich
19.06.2006 17:11
Gustav Klimts Gemälde "Adele Bloch-Bauer I", das zu Jahresbeginn aus der Galerie Belvedere an die Erben rund um Maria Altmann restituiert wurde, hat einen neuen Besitzer: Der Kosmetik-Hersteller, Kunstsammler und ehemalige US-Botschafter in Österreich, Ronald Lauder, erstand die "Goldene Adele" für die Neue Galerie in Manhattan, laut "New York Times" um die Rekordsumme von 106,7 Millionen Euro.

Offiziell wird die Summe weder bestätigt noch dementiert. Den bisherigen Rekordpreis von 104,1 Millionen Dollar hatte im Jahr 2004 das Picasso-Bild "Junge mit Pfeife" bei einer Versteigerung von Sotheby's erzielt. Das auf deutsche und österreichische Kunst spezialisierte New Yorker Museum wird alle fünf resituierten Klimt- Bilder aus der Österreichischen Galerie Belvedere von 13. Juli bis 18. September in einer Ausstellung zeigen. Lauder hatte stets als einer der wahrscheinlichsten Käufer des 1907 von Gustav Klimt gemalten Porträts gegolten.

Als eine Erwerbung, die man nur einmal im Leben mache, und einen "Schlüsselmoment für die Neue Galerie" bezeichnete Lauder den Kauf, das Gemälde werde "das Museum unschätzbar bereichern". "Als geborener Wiener hatte ich das Glück, dieses außergewöhnliche Bild häufig im Belvedere zu sehen", sagte Renée Price, Direktorin der Neuen Galerie. "Dieses Gemälde ist für die Neue Galerie so wichtig wie die 'Mona Lisa' für den Louvre."

Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann mit Verkauf zufrieden
Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann freute sich darüber, dass die Ausstellung der fünf Gemälde nun vom Los Angeles County Museum of Art, wo sie bis 30. Juni zu sehen ist, in die Neue Galerie in New York übersiedle, denn "meine Familie und ich haben bei unseren langen Bemühungen um die Wiedererlangung dieser Gemälde große Unterstützung aus New York erhalten". Es sei "besonders befriedigend zu wissen, dass das berühmteste der Bilder, jenes von meiner Tante Adele Bloch- Bauer, dauerhaft in so einem angesehenen Museum zu sehen sein wird".

Die Summe von 106,7 Millionen Euro (135 Millionen Dollar) war der "New York Times" von einem Experten, der in die Verkaufsverhandlungen einbezogen war, jedoch anonym bleiben wollte, genannt worden. Gegenüber der Zeitung bestritt Lauder nicht, einen Rekordpreis für das Gemälde gezahlt zu haben. Nach seinen Angaben soll das Auktionshaus Christie's an der Transaktion mitgewirkt haben.

Schicksal der restlichen vier Klimt-Gemälde noch unklar
Laut Altmann sei Lauder in den Jahren des Rechtsstreits um die Gemälde stets in Kontakt mit ihr gewesen und habe ihr dabei jede Hilfe angeboten. Die Einigung der über Wochen dauernden Kaufverhandlungen soll bereits vor ein paar Wochen erzielt worden sein, der Kaufvertrag soll mehr als 15 Seiten umfassen.

Laut "LA Times" schätzen Experten den Wert der restlichen vier Klimt-Gemälde im Besitz der Bloch-Bauer Erben auf "zwischen 100 und 150 Millionen Dollar", ihr Schicksal soll noch nicht entschieden sein. "Vielleicht wird sich nach der Ausstellung in der Neuen Galerie Christie's um sie kümmern", so Maria Altmann gegenüber der "New York Times", "ich hoffe sehr, dass sie an ein Museum gehen werden."

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