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Kasachischer Ex-Botschafter ständig auf der Flucht

10.10.2008, 19:51
Kasachischer Ex-Botschafter ständig auf der Flucht
London, Wien, Paris - und die Angst reist ständig mit. Seit Monaten führt Rakhat Alijew ein Leben wie Dr. Kimble - ständig auf der Flucht. Im konkreten Fall vor dem kasachischen Geheimdienst, der Mafia und seinem rachsüchtigen Schwiegervater. In der "Krone" bricht der Ex- Botschafter in Österreich sein Schweigen.

Er war der Lieblingsschwiegersohn des allmächtigen Staatschefs Nursultan Nasarbajew, Vizeaußenminister seines Landes und dann auf dem renommierten Botschafterposten in Wien - Rakhat Alijew. Jetzt ist er ein Mann auf der Flucht. Vor Geheimdienst, kriminellen Organisationen und nicht zuletzt der Rache des Präsidenten, der ihn unbedingt 20 Jahre hinter Gittern sehen will. Die Liste der Vorwürfe gegen den in Ungnade gefallenen Schwiegersohn: Gründung einer kriminelle Vereinigung, Entführung von Bankmanagern, Urkundenfälschung und schwerer Diebstahl.

Kein gerechtes Verfahren in Kasachstan

Doch zu einer Verurteilung in Kasachstan dürfte es nicht kommen. Wie berichtet, wurde der Auslieferungsantrag von der heimischen Justiz abgelehnt. Die Begründung: Alijew kann in seiner Heimat mit keinem fairen Verfahren rechnen.  Zuletzt kam es, wie in einem Teil unserer Ausgabe berichtet, zu drei Anschlägen auf zwei seiner engsten Vertrauten in der Bundeshauptstadt, nämlich auf seinen Leibwächter (siehe Bild) sowie den früheren Sicherheitschef Alnur M.

Rakhat Alijew zu den jüngsten Vorfällen in einer der "Krone" exklusiv vorliegenden Stellungnahme: "Die schockierenden Überfälle auf meine früheren Mitarbeiter zeigen deutlich, dass kriminelle Organisationen aus Kasachstan ihre brutalen Methoden offenbar nun auch in Wien anwenden wollen. Das Ganze ist ein Privatkrieg des Präsidenten gegen mich."

Spannungen zwischen Österreich und Kasachstan?

Zuletzt wuchs sich die diplomatische Verstimmung sogar zu einer Staatsaffäre aus. Bundespräsident Fischer sagte seine Kasachstan- Reise ab. Der gejagte Ex- Diplomat: "Ich will nicht, dass der ganze Fall die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern stört. Ich werde mich daher vorerst im Ausland aufhalten."

von Gregor Brandl und Peter Grotter, Kronen Zeitung

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