Eine oder keine?
Gemeinden stellen Zölibat infrage
In einem Brief hat der Pfarrgemeinderat von Dorf an der Pram den Bischof ersucht, sich angesichts des "immer kritischer werdenden Priestermangels" in der Bischofskonferenz für die Weihe von "viri probati" (erprobten Männern) und die Aufhebung des Pflichtzölibats einzusetzen. "Wir wollen uns nicht dem Vorwurf aussetzen, geschwiegen zu haben", begründete Helmut Schneiderbauer, der Obmann des Pfarrkirchenrats den Schritt.
"Jeder von uns kennt Priester, die heimlich eine Freundin haben", bekannte Schneiderbauer sogar. Stehe ein Priester aber ehrlich zu seiner Lage, werde er bestraft und müsse gehen. "Die Kirche muss hier einfach zu den Fakten stehen". Ähnlich hatte im vergangenen Herbst auch die Pfarre Steyr-Tabor in einem Brief an den Bischof argumentiert: Das Problem, dass fast ein Drittel der Pfarren in Steyr unbesetzt seien, sei "hausgemacht". Auch hier ersuchten die Gläubigen um die Aufhebung des Zölibats.
Um "mutige Schritte für eine verantwortungsvolle Entwicklung der Seelsorge" ersuchte auch die Perger Pfarre Schwertberg im Mühlviertel. Die derzeit gängige Praxis, vakant werdende Stellen einfach dem Nachbarpfarrer "umzuhängen", sei nicht sinnvoll. Auch die Linzer Pfarre St. Markus äußerte bereits Bedenken, wie angesichts des Priestermangels die Möglichkeit einer Eucharistiefeier sichergestellt werden soll.







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