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Schnüffel-Software: Hersteller gibt SMS-Spionage zu

14.12.2011, 09:53
Schnüffel-Software: Hersteller gibt SMS-Spionage zu (Bild: YouTube.com)
Foto: YouTube.com
Im Streit um den angeblichen Einsatz von Schnüffel- Software auf 141 Millionen Handys hat der Dienstleister Carrier IQ erstmals eingestanden, SMS mitgeschnitten zu haben. Sie seien aber nur durch einen Fehler auf die Server des Unternehmens gelangt und nie ausgewertet worden, behaupten Carrier- IQ- Manager gegenüber dem US- Blog "All Things Digital". Die Software habe die SMS nur in den seltenen Fällen abgefangen, wenn sie während eines Telefonats abgeschickt wurden.

Carrier IQ ist ein Dienstleister für Mobilfunk- Unternehmen, dessen Software von mehreren Netzbetreibern in den USA und vermutlich auch in anderen Ländern der Welt eingesetzt wird. In Österreich wird das Programm nicht verwendet, wie sämtliche Mobilfunkunternehmen gegenüber krone.at versichert haben.

Die Aufregung kochte hoch, nachdem ein Software- Experte ein Video veröffentlicht hatte, in dem nach seinen Angaben zu sehen war, wie die Software von Carrier IQ auf einem Handy Suchanfragen und gewählte Telefonnummern schon beim Eintippen registrierte (siehe Infobox).

Video angeblich kein Beweis

Carrier- IQ- Manager Andrew Coward sagte jetzt, in dem Video sei in Wirklichkeit eine Datei des Smartphone- Betriebssystems Android zu sehen gewesen. Zugleich habe man in dem Video nicht erkennen können, welche Art von Informationen an die Server von Carrier IQ gegangen sei.

SMS angeblich nicht ausgewertet

Zu dem SMS- Fall sagte Firmenchef Larry Lenhart: "Wir wussten nicht einmal, dass sie aufgezeichnet wurden." Sie seien in einem nicht auswertbaren Format gespeichert gewesen, auch die Netzbetreiber hätten nichts davon gewusst.

Das Unternehmen bereitet gerade die Antwort auf eine Anfrage aus dem US- Senat vor und ging kurz davor mit ausführlicheren Informationen an die Medien.

Beschwichtigungsversuche: Reines Service- Tool

Bisher hatte Carrier IQ alle Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen und erklärt, Daten von Verbrauchern seien weder mitgeschnitten noch weitergeleitet worden. Der Dienst solle Mobilfunk- Anbietern lediglich helfen, die Netze besser zu managen. Dafür würden etwa Informationen über abgebrochene Verbindungen und andere Ereignisse gesammelt, hieß es.

In den USA wurde nach den Vorwürfen bereits eine Sammelklage gegen Carrier IQ, Smartphone- Hersteller und Netzbetreiber in Gang gesetzt (siehe Infobox).

AG/red
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