Mit LEGO ins Gefecht

LEGO Strategie

Spiele
07.07.2009 16:37
Der Name LEGO steht längst nicht mehr ausschließlich für bunte Bauklötze aus Plastik. Seit einigen Jahren behauptet sich die dänische Marke mit Titeln wie "LEGO Star Wars", "LEGO Indiana Jones" oder "LEGO Batman" auch recht erfolgreich im Videospiele-Sektor. Jetzt wagen die gelbkopferten Maxerl nach ihren diversen Jump'n'Run-Abenteuern mit "LEGO Strategie" für den Nintendo DS auch erstmals einen Ausflug ins Genre der Echtzeitstrategiespiele.

Wie für Echtzeitstrategie-Spiele üblich, beginnt auch "LEGO Strategie" zumeist mit dem Bau eines Hauptquartiers, in dem neue Arbeiter erstellt werden können, die dann Farmen, Kasernen, Schiffswerfte, Sägewerke  und Minen, aber auch Verteidigungsanlagen wie  Mauern und Türme errichten. Immer vorausgesetzt, die Arbeiter haben zuvor auch ordentlich Rohstoffe gesammelt.

Da der spielerische Schwerpunkt in "LEGO Strategie" auf die kriegerische Auseinandersetzung gelegt wurde, kommt dem Helden eine besondere Stellung zuteil. Dieser kann gegen den Einsatz von Lego-Steinen Zauber wirken und etwa Abwehr und Angriff der ihn begleitenden Einheiten stärken, aber auch frische Ressourcen, beispielsweise in Form neuer Bäume, entstehen lassen. 

Die Einheiten selbst unterteilen sich in das einfache Fußvolk, Schützen und die Kavallerie, hinzukommen schwere Geschütze wie Katapulte, Kanonen oder auch Flugzeuge - schließlich treffen in den insgesamt 90 Levels der sechs verschiedenen Storystränge die Spielwelten von LEGO Space, LEGO Pirates und LEGO Castle aufeinander. Die Einheiten lassen sich bequem per Touchscreen zusammenfassen oder auch einzeln auswählen und auf einen Fingerzeig hin in die Schlacht schicken.

Leider hat "LEGO Strategie" wie viele andere Spiele seiner Art jedoch mit der Wegfindung zu kämpfen. Immer wieder bleiben eigene Truppen auf halber Strecke liegen und müssen dann an die Hand genommen werden. Das schmerzt insbesondere deshalb, weil die Gruppenstärke auf neun Teilnehmer beschränkt ist - geht die Hälfte davon unterwegs verloren, ist auch die beste Angriffsstrategie vergebens. Da es darüber hinaus während der Missionen keine Möglichkeit zum Abspeichern gibt, sollten übereilte Aktionen vermieden werden.  Insgesamt betrachtet hält sich der Schwierigkeitsgrad jedoch in Grenzen, wovon vor allem jüngere Spieler und Genre-Einsteiger profitieren dürften. 

Sind die Schlachten im Story-Modus geschlagen, dürfen Spieler neben einem Freien Modus auch drahtlos auf 30 zwar recht kleinen, aber abwechslungsreich gestalteten Karten gegen Freunde antreten. Die Grafik erfüllt da wie dort ihren Zweck, ist bis auf die gerenderten Zwischensequenzen mit dem für die LEGO-Games typischen Humor allerdings weit davon entfernt, ein optischer Augenschmaus zu sein. Das musikalische Rahmenprogramm fällt eher unter den Begriff Gedudel und darf demnach getrost abgedreht werden.

Fazit: "LEGO Strategie" macht Spaß, kein Zweifel. Alte Echtzeitstrategie-Hasen dürften aufgrund des geringen Schwierigkeitsgrades, der nur durchschnittlichen Präsentation und der mitunter miesen Wegfindung jedoch nur wenig Freude an dem Titel haben. Wer sich allerdings behutsam an das Genre der Echtzeitstrategiespiele heranwagen möchte, bekommt mit "LEGO Strategie" einen solide gemachten, umfangreich und unblutig gestalteten Genrevertreter serviert.

Plattform: DS
Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
krone.at-Wertung: 7/10

von Sebastian Räuchle

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