Fr, 24. November 2017

Internes E-Mail

29.04.2008 14:46

Nvidia-Manager erklärt CPU für tot

"Grundsätzlich ist die CPU bereits tot", erklärt Roy Taylor, hochrangiger Nvidia-Manager, in einem internen E-Mail an die Mitarbeiter des Unternehmens. "Ja, ich meine den Prozessor, für den Intel derzeit überall Werbung macht. Ihm geht die Puste aus", ist in der Nachricht zu lesen, die zwar mit Sicherheit nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, jedoch vom britischen „Inquirer“ veröffentlicht wurde. Die Grafikchips würden schon jetzt alle wichtigen Berechnungen in einem Computer durchführen. Die CPU mache einen PC nicht mehr schneller, dafür sei allein der Grafikprozessor verantwortlich, so Taylor.

Bei den CPU-Herstellern ist man über diese Einschätzung natürlich wenig begeistert. Intel erklärte in einem Statement, dass beide Komponenten, also Haupt- und Grafikprozessor, in einem PC-System von Bedeutung seien. Bei AMD ist man ähnlicher Ansicht, wenngleich sich auch der Trend abzeichne, "dass GPU und CPU zu einem Chip verschmelzen".

"Wir schlagen gegen Intel zurück"
"Computer brauchen keine schnellen Prozessoren mehr, sondern leistungsstarke Grafikkarten", schrieb Taylor in dem Mail weiter. Konsumenten würden mit ihrem Computer Videos ansehen, spielen und Filme rippen. Dazu benötigen sie keine schnellen Prozessoren von Intel oder AMD, sondern lediglich schnelle Grafikkarten. "Wir schlagen gegen Intel zurück", wettert Taylor und spielt auf die von Intel vorgestellte integrierte Grafiklösung an, die schon zuvor Nvidia-Boss Jen-Hsun Huang als "Witz" bezeichnete. In einer offiziellen Stellungnahme des Grafikkartenherstellers werden Taylors Worte jedoch wieder abgeschwächt und man bemüht sich um Schadensbegrenzung. "Die Ansichten von Roy Taylor sind nicht die offizielle Meinung von Nvidia", verlautbarte Nvidia-Sprecher Brian Burke. Allerdings bekräftigt auch Burke, dass die CPU künftig nur noch für grundlegende Aufgaben nötig sein wird.

Kampf um Prozessor-Thron immer heftiger
Die angriffslustigen Aussagen des Nvidia-Managers zeigen, dass sich der Kampf in der Halbleiterindustrie um den Prozessor-Thron künftig verschärfen wird. Sichtbar wird dies auch an den Allianzen, die in der Branche geschmiedet werden. Während Intel selbst an den integrierten Grafiklösungen in seinen Chips bastelt, hat sich AMD vor zwei Jahren den Grafikkartenhersteller ATI gekrallt. Nvidia wiederum schmiedet Allianzen mit dem taiwanesischen Prozessorhersteller VIA, um gemeinsam eine Low-Cost-Plattform zu entwickeln. Von den beiden Partnern wurde der günstigste Computer mit Vista versprochen. Nvidia werden zudem von Analysten Übernahmegelüste nachgesagt und AMD als Kandidat genannt.

Quelle: pte

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