Sa, 16. Dezember 2017

krone.at-Test

10.12.2017 10:45

LG V30: Viel mehr Bildschirm geht gar nicht

Es sieht ihm recht ähnlich, ist inmitten des Trubels um Apples iPhone X aber ein wenig untergegangen: Das V30 von LG. Wie der Rivale aus Cupertino kommt es mit einem fast die gesamte Gerätefront füllenden OLED-Display mit schmalen Rändern, knipst Fotos mithilfe einer Doppelkamera und ist wasserdicht. Wie gut sich der 800-Euro-Koreaner in der Praxis schlägt, hat krone.at ausprobiert.

Für ein Sechs-Zoll-Gerät ist das V30 ziemlich kompakt, ist uns schon beim ersten Kontakt mit dem neuen LG-Flaggschiff auf der Internationalen Funkausstellung aufgefallen. Mittlerweile ist das Gerät hierzulande verfügbar und buhlt gemeinsam mit Samsungs Galaxy S8 und Note 8 sowie Apples iPhone X um die Gunst all jener, die ein Smartphone mit maximaler Bildfläche bei minimalen Abmessungen suchen.

Welche Technik LG in seiner Neuheit verbaut, sehen Sie hier:

LG V30

CPU

Qualcomm Snapdragon 835: 4 x 2,45 + 4 x 1,9 GHz

RAM

4 GB

Diagonale

6 Zoll

Auflösung

2880 x 1440 Pixel (OLED; HDR)

Speicher

64 GB

microSD-Slot

bis 2 TB

Hauptkamera

16 Megapixel (F/1.6); Phase-Detection- und Laser-Autofokus; Optische Bildstabilisierung; Farbspektrumsensor; LED-Blitz
13 Megapixel (F/1.9): Weitwinkelobjektiv

Frontkamera

5 Megapixel (F/2.2)

Funk

LTE, Gigabit-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS

Maße

151,7 x 75,4 x 7,3 Millimeter; 158 Gramm

Akku

3300 mAh (lädt via USB-C)

Extras

Wasserfest (IP68)
Fingerabdruckscanner
Metall-Glas-Chassis
Doppelkamera
Kabelloses Laden (Qi)

Software

Android 7.1

Preis

Ab ca. 800 Euro

Kein Wunder bei einem Chip vom Schlage eines Snapdragon 835: Das LG V30 rechnet rasant, was sich in einer jederzeit flüssigen Android-Darstellung und flotten App-Starts zeigt. In Kombination mit dem vier Gigabyte großen (DDR4-)Arbeitsspeicher ist auch Multi-Tasking kein Problem, Spieler werden mit der Power des High-End-Prozessors ebenfalls zufrieden sein. Schickt man das V30 in den Benchmark-Vergleichstest AnTuTu, wird seine Leistungsfähigkeit mit knapp über 170.000 Punkten beziffert - also am Niveau der Snapdragon-835-Konkurrenz.

Ausgesprochen starkes Display
Das Display des V30 ist ebenfalls ausgesprochen stark. Nicht nur, weil es durch die sehr dünnen Ränder und das etwas in die Länge gezogene Seitenverhältnis sehr viel Bildfläche bei für ein Sechs-Zoll-Gerät immer noch kompakten Maßen bietet, sondern auch wegen der insgesamt sehr guten Bildqualität. Dank OLED-Technologie gibt es kräftige Farben, sattes Schwarz und - besonders in Kombination mit HDR-Videos - viel Kontrast. Die seitliche Ablesbarkeit ist gut, draußen sollte sich das Display dank hoher Maximalhelligkeit gut ablesen lassen. Auffällig waren im Test eine etwas kalte Farbtemperatur und eine standardmäßig nur mittelmäßige Helligkeit. Dafür erwies sich das Always-on-Display zur permanenten Uhrzeitanzeige als praktisch.

Doppelkamera mit Weitwinkel-Option
Die Doppelkamera des V30 ermöglicht einige interessante Spielereien. Wie schon beim im Frühling veröffentlichten G6 setzt LG auch dieses Mal wieder auf eine lichtstarke Haupt- und eine Weitwinkel-Zweitkamera. Letztere ist immer dann wertvoll, wenn man möglichst viel von einem Motiv ablichten will, aber sich nicht unbegrenzt weit von diesem Motiv wegbewegen kann. Ebenfalls nett: Die Kamera-App bietet nicht nur beim Fotografieren eine Vielzahl von Filtern, sondern auch beim Filmen, was Heimvideos einen unkonventionellen Anstrich verleihen kann.

Die Bildqualität passt: Bei gutem Licht liefern sowohl Haupt-, als auch die Weitwinkel-Zweitkamera scharfe und detailreiche Ergebnisse, auch in Innenräumen. Im Zwielicht hätten wir uns von der Hauptkamera angesichts einer F/1.6-Blende zwar noch etwas bessere Ergebnisse erhofft, aber auch unter widrigeren Lichtbedingungen kann sich die erzielbare Bildqualität - rauscharm, scharf - immer noch sehen lassen. Die Frontkamera ist für Videotelefonie und das eine oder andere Selfie tadellos geeignet. Insgesamt gibt es an der Kamera-Performance also wenig zu bemängeln.

Das gilt auch für Ausstattung, Verarbeitung und Handling: Weil das Display fast die gesamte Gerätefront einnimmt, ist das V30 so kompakt, wie ein Sechs-Zoll-Smartphone sein kann und liegt entsprechend gut in der Hand. Im Gegensatz zu manch einem Rivalen gibt es noch eine - sehr wohlklingende - Audioklinke für verkabelte Kopfhörer. Der Fingerscanner ist gut auffindbar an der Rückseite platziert. Das aus Metall und Glas gefertigte Gehäuse macht einen wertigen und soliden Eindruck, ist sogar wasserdicht. Einziges Manko: Die Glasrückseite zieht Fingerabdrücke geradezu magisch an.

Guter Akku, unübersichtliche Software
Der Akku des LG V30 mit seinen 3300 Milliamperestunden Kapazität verhilft dem Gerät zu langer Laufzeit. Einen Tag intensive Nutzung steht das V30 problemlos durch, nächtliches Stromtanken ist hinterher aber unvermeidlich. Mehr Akkulaufzeit schinden nur sehr sparsame Nutzer aus dem Gerät heraus. Sie können unter Zuhilfenahme der Energiespareinstellungen auch einen zweiten Tag abseits der Steckdose durchstehen.

Bei der Software bleibt LG leider dem bereits beim G5 eingeschlagenen Weg hin zu mehr Minimalismus treu. Eine App-Übersicht gibt es nicht, stattdessen landen alle Anwendungen zunächst einmal in iPhone-Manier am Startbildschirm. Mit Ordnern lässt sich hier zwar gegensteuern, trotzdem wird das Interface nicht jedermanns Sache sein. Selbiges gilt für die vorinstallierten Programme: LG legt einige hauseigene Tools bei, die wohl nicht jeder Nutzer brauchen wird, die sich aber auch nicht deinstallieren lassen.

Fazit: Ein fast die gesamte Front füllendes OLED-Display, eine gute Doppelkamera, ein flotter Prozessor und ein sauber verarbeitetes wasserfestes Chassis: LGs V30 braucht sich mit seiner Hardware-Ausstattung nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Es kann in manchen Details - etwa bei der Schlechtlicht-Performance oder der Software - zwar nicht ganz mit den Rivalen mithalten, spielt aber am gleichen sehr hohen Niveau. Allerdings nicht nur in puncto Ausstattung, sondern auch beim Preis.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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