Mo, 18. Dezember 2017

Bahtiyar Duysak

30.11.2017 18:01

Der Mann, der Trump auf Twitter das Maul stopfte

Für elf Minuten war er weltberühmt, der Twitter-Angestellte, der Anfang des Monats den Account von US-Präsident Trump sperrte und bewirkte, dass es diesem zumindest kurzfristig die Sprache verschlug. Jetzt wurde seine Identität gelüftet: Er kommt aus Deutschland und heißt Bahtiyar Duysak, berichtet Enterpress News.

Zurück in der Heimat packt er in einem Interview mit dem US-Branchenmagazin TechCrunch aus, wie es damals dazu kam: "Es war keine Absicht, es war ein Fehler", weist er alle Spekulationen zurück, es habe sich um eine politische Aktion gehandelt. "Eine Verkettung unglücklicher Umstände", sozusagen.

Er habe damals mit einem Studentenvisum bei Twitter in San Francisco in der Kundenberatung gearbeitet, sagt der junge Mann mit deutschem Pass, der nicht verraten will, wo er in Deutschland lebt.

Auf Nutzerbeschwerde gegen Trump reagiert
"Meine Aufgabe war es, Fälle von Beschwerden gegen die Twitter-Richtlinien zu bearbeiten." An diesem Morgen - es war übrigens sein letzter Arbeitstag - habe ein Nutzer etwas gegen den Trump-Account vorgebracht, und Duysak habe daraufhin die Deaktivierung des Accounts eingeleitet, den andere Mitarbeiter dann wohl umsetzten.

Twitter hatte sich später entschuldigt und ohne einen Namen zu nennen nur mitgeteilt, ein Mitarbeiter habe einen Fehler gemacht, und auch Trumps Account nach kurzer Ruhephase wieder aktiviert.

Twitter-Nutzer feierten Duysak tagelang
"Vielleicht war ich an diesem Tag zu müde", fragt sich Bahtiyar Duysak, wie alles passieren konnte. Amüsiert hat ihn, dass begeisterte Twitter-User ihn tagelang feierten, und mehrere ihn sogar für den Friedensnobelpreis vorschlugen.

Was ihn nervt, ist die Hexenjagd, der er sich seitdem ausgesetzt fühlt. Alle seien hinter ihm her gewesen. "Obwohl ich nichts Verbotenes getan habe, fühle ich mich wie Drogenboss Pablo Escobar."

Jetzt zurück in Deutschland gehe es ihm wieder besser, alles sei ruhiger geworden, zumal er vorsichtshalber alle seine Konten in den sozialen Netzwerken gelöscht habe. Dennoch sagt er, er liebe die USA - bis auf das Essen: "Das ist in Deutschland besser".

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