Mo, 18. Dezember 2017

Kein Coupé

28.11.2017 21:04

Ford Fiesta 1,0: Leicht nervöses City-Wiesel

Ein Coupé ist ein Zweitürer, aber nicht jeder Zweitürer ist ein Coupé. Das gilt auch für den Ford Fiesta der achten Generation, auch wenn sein Hersteller ihn als solches bezeichnet. Aber so what. Immerhin wurde er mit sportlicher Hand abgestimmt. So wendig, wie er ist, und so spritzig, wie der 100 PS starke Turbo-Dreizylinder agiert, macht er vor allem in der City richtig Spaß.

Mit 4,04 Meter Länge und einem Mini-Wendekreis von nur 10,05 Meter schlägt der kleine Kölner (dort wird er gebaut) regelrechte Haken - so parkt es sich flink auch in kleinsten Parklücken. Trotzdem bietet Ford für den Zwerg nun sogar einen aktiven Parkpiloten an, der dem Fahrer die Lenkarbeit abnimmt. Diesem bleibt die Betätigung von Gaspedal und Bremse sowie die Gewissheit, dass der Fiesta, wenn nötig, auch von selbst rechtzeitig stehen bleibt.

Der Parkroboter kostet natürlich extra (1100 Euro), in der Basisausstattung "Trend" (ab 12.650 Euro, mit 70-PS-Dreizylinder-Saugbenziner und Fünfganggetriebe, Testwagenpreis 21.680 Euro) bringt der Fiesta nicht einmal eine Klimaanlage oder ein Radio mit (beides in zwei Paketen ab 890 Euro erhältlich). Aber bei Ford greifen grundsätzlich viele Kunden zu höheren Ausstattungsniveaus. Kein Wunder, dass es für Luxusorientierte auch eine Vignale-Version gibt.

Gegen Aufpreis sind noch mehr hippe Sicherheitssysteme zu haben, etwa - zum ersten Mal in einem Ford - ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung oder ein Querverkehrswarner, der das Rückwärts-Rangieren aus einer Querparklücke oder einer Einfahrt sicherer macht. Serienmäßig sind ein aktiver Spurhalteassistent sowie der Speedlimiter und Fords MyKey-Schlüsselsystem, mit dem man den Zweitschlüssel so programmieren kann, dass zum Beispiel die mögliche Höchstgeschwindigkeit oder Radiolautstärke begrenzt wird.

Nicht begrenzen lässt sich damit die Lautstärke des Dreizylinders, was aber nicht tragisch ist, da er sich nicht allzu aufdringlich in Szene setzt. Wer sein Potential ausreizt und in 10,5 Sekunden auf Tempo 100 sein will, bekommt natürlich vor Ohren geführt, dass im Bug aller guten Dinge drei sind. Der Verbrauch pendelte sich im Testverlauf bei 6,8 Liter auf 100 Kilometer ein (NEFZ-Verbrauch 4,3 l/100 km, bedeutet 1% NoVA).

Pendeln ist ein gutes Stichwort für Autobahnfahrten, denn Geradeausfahren ist nicht die Domäne des flotten Ford. Mit seiner nervösen Lenkung will er konzentriert auf Richtung gehalten werden. Da haben sie es bei Ford etwas mit der Sportlichkeit übertrieben. Ansonsten: tadelloses, straffes Fahrwerk, keine weiteren Klagen.

Unterm Strich
Der Ford Fiesta ist ein echter Kleinwagen - nicht das, was aus dieser Fahrzeuggattung eigentlich inzwischen geworden ist. Die Platzverhältnisse auf der Rückbank sind nicht gerade opulent, der Zustieg nach hinten ist (weil Zweitürer) beschwerlich, hinter die hohe Ladekante des Kofferraums passen 269/292 Liter (mit Reserverad/Reifenfüllset) bis 1070/1092 Liter Gepäck. So spricht er fahraktive Einzelfahrer an, denen das, was aus dem VW-Konzern kommt, zu perfekt ist.

Warum?

  • Gutes Angebot an Assistenzsystemen

Warum nicht?

  • Nervöse Lenkung

Oder vielleicht …

… Mazda2, VW Polo, Seat Ibiza, Renault Clio …

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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