Di, 21. November 2017

340 Mann im Einsatz

21.10.2017 16:28

Brand in Entsorgungsfirma: Feuerwehr-Großeinsatz

Bei einem Abfallentsorgungsbetrieb in Wulkaprodersdorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung ist am späten Freitagabend ein Feuer ausgebrochen, das die Einsatzkräfte noch Tage beschäftigen könnte. Im Lauf der Nacht waren bis zu 340 Feuerwehrleute mit 68 Fahrzeugen im Einsatz. Ihnen gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch nun stehen weitere, langwierige Löscharbeiten bevor, die bis Montag dauern könnten. Der entstandene Sachschaden ist enorm.

Im Entsorgungsbetrieb in Wulkaprodersdorf werden auch PET-Flaschen sortiert. Solche, in großen Ballen gelagerte Flaschen hätten im hinteren Bereich des Objektes zu brennen begonnen, schilderte Günter Prünner, Sprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos Eisenstadt-Umgebung. "Die Herausforderung ist, dass sich der Brand sehr rasch ausgebreitet hat." Es sei rasch nachalarmiert worden: Gleich bei der Ausrückung sei der gesamte Feuerwehr-Abschnitt aktiviert worden.



Neben dem Brandherd befinde sich ein Förderband, das in eine Halle führt. Diese Halle habe man vor dem Übergreifen der Flammen schützen müssen. Das Gebäude sei dennoch durch Rauch und Hitze in Mitleidenschaft gezogen worden. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die Löscharbeiten unter Einsatz von Atemschutz durchgeführt werden. "Die große Herausforderung war aber eher nicht der Rauch, sondern dass wir zu wenig Wasser gehabt haben für das große Brandereignis", so Prünner.

Mit sechs bis sieben jeweils mehr als 600 Meter langen Zubringerleitungen musste vom Hirmerbach Wasser herbeigeschafft werden. Außerdem wurden Großraumtanklöschfahrzeuge aus Wiener Neustadt und Gols alarmiert.

Löscharbeiten dauern vermutlich bis Montag
Im Lauf der Nacht waren fast alle Wehren des Bezirks Eisenstadt-Umgebung im Einsatz. Gegen 3.45 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, doch dürften noch langwierige Löscharbeiten bevorstehen. Wahrscheinlich werde es bis Montag dauern, bis die letzten Brandherde gelöscht sind, schätzte Prünner. "Man muss jetzt die ganzen Ballen mit einem Bagger auseinandernehmen und die einzelnen Schaufeln direkt ablöschen", so der Feuerwehrsprecher. Das könne erfahrungsgemäß noch einige Tage dauern.

Zwei Feuerwehrleute verletzt
Das Rote Kreuz war mit zehn Kräften und fünf Fahrzeugen an Ort und Stelle. Bei dem Einsatz wurde laut Prünner ein Feuerwehrmann bei einem Sturz verletzt. Er wurde ebenso wie ein zweiter Feuerwehrmann, der nach Angaben der Landessicherheitszentrale (LSZ) leicht verletzt wurde, ins Spital nach Eisenstadt gebracht.

Gegen 5.45 Uhr begannen am Samstag die Nachalarmierungen der Feuerwehren, um die Einsatzkräfte ablösen zu können, hieß es von der LSZ. Noch am Vormittag waren etwa 250 Feuerwehrleute an Ort und Stelle. Bei der nächsten Ablöse um 14 Uhr wurde die Zahl der Kräfte auf rund 70 reduziert.

Zwei Millionen Euro Schaden
Auch in der Nacht auf Sonntag werde der Einsatz "ziemlich sicher" in dieser Größenordnung weitergehen, so Bezirksfeuerwehrinspektor Gerald Klemenschitz. "Aber wie lange es dauern wird, das können wir jetzt noch nicht sagen." Eine Brandwache sei in der Nacht an Ort und Stelle. Der entstandene Schaden dürfte nach Informationen der "Krone" bei rund zwei Millionen Euro liegen.

Schon im Juli 2010 war beim Entsorgungsbetrieb Hackl Container am Standort in Wulkaprodersdorf ein Großbrand ausgebrochen. Damals wurde als Brandursache Selbstentzündung gelagerter Abfälle genannt. 15 Feuerwehren mit rund 250 Kräften waren im Einsatz.

 krone.at
Redaktion
krone.at
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