Do, 23. November 2017

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01.11.2017 06:00

Matebook X: Wie gut ist Huaweis erster Laptop?

Am Smartphone-Markt hat der chinesische Telekommunikationsriese Huawei in den letzten Jahren einen eindrucksvollen Siegeszug hingelegt, jetzt wagt er sich in eine neue Produktkategorie vor. Das Matebook X markiert den Einstieg der Chinesen in den umkämpften Markt für Notebooks. Aber wie gut ist das passiv gekühlte i5-Notebook mit seinem 3:2-Display in der Praxis? Wir haben den Test gemacht.

Huaweis Laptop-Erstlingswerk Matebook X ist ein kompakter 13-Zöller mit nur knapp über einem Kilo Gewicht, extradünnen Rändern um das Display und - ungewöhnlich bei einem i5-Chip - lautloser Passivkühlung. Hier setzt Huawei auf Raumfahrttechnik und führt die Wärme mit einem sogenannten Micro-encapsulated Phase Change Material (MEPCM) ab.

Die komplette Ausstattung des Matebook X sehen Sie hier:

Huawei Matebook X

CPU

Core i5-7200U: 2 x 2,5 GHz

RAM

8 GB (DDR3)

Diagonale

13 Zoll (3:2 IPS)

Auflösung

2160 x 1440 Pixel

Massenspeicher

256 GB SSD

Optisches Laufwerk

nicht vorhanden

Grafiklösung

Intel HD Graphics 620

Anschlüsse

2 x USB-C, 3,5-mm-Klinke

Funkstandards

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.1

Webcam

1 Megapixel

Akku

5449 mAh

Software

Windows 10 Home

Extras

Alu-Chassis
Fingerabdruck-Scanner
Extradünner Displayrahmen
Passivkühlung

Gewicht

1,05 Kilo

Preis

ab ca. 1330 Euro

Im Praxistest hat die vom Matebook X gebotene Leistung überzeugt. Für die alltägliche Arbeit mit Office-Programmen, beim Internetsurfen oder Multimedia-Anwendungen stellt das Gespann aus i5-CPU und acht Gigabyte RAM genug Leistung bereit, auch wenn mit mehreren Programmen parallel gearbeitet wird. Für Spieler ist das Gerät mit seiner Onboard-Grafik naturgemäß nicht gedacht.

Viel Hitze unter Dauerlast
Zwei kleine Probleme sehen wir an der grundlegenden Rechenpower: Einerseits wird das Matebook X unter längerer Last - wir haben es durch den durchaus anspruchsvollen Benchmark-Leistungstest PCMark 10 (2647 Punkte) gejagt - an der Unterseite heiß. So heiß, dass es bei Nutzung am Schoß durchaus unangenehm werden kann.

Und andererseits hätte sich möglicherweise manch ein Nutzer gewünscht, dass Huawei bei seinem ansonsten mit aktueller Technik ausgestatteten Notebook-Erstlingswerk nicht auf den betagten DDR3-, sondern gleich auf aktuellen DDR4-RAM zurückgreift.

Exzellentes 3:2-Display
Sehr gut gefallen hat uns im Test das Display im Matebook X. Hier profitiert der Nutzer einerseits vom - etwa auch bei Microsofts Surface Laptop genutzten - 3:2-Bildformat, durch das mehr Platz zum Arbeiten in der Vertikale bereitsteht. Andererseits weiß das Display auch mit seiner hohen Maximalhelligkeit, einer natürlichen Farbdarstellung und hohem Kontrast zu gefallen. Dass es durch seinen dünnen Rahmen fast den gesamten Deckel füllt, hält das Matebook X trotz 13 Zoll Diagonale angenehm klein.

Zwei Dinge könnten manche Nutzer allerdings stören: Erstens spiegelt das Display stark, was bei der Nutzung im Freien problematisch werden kann. Und zweitens lässt es sich nicht sehr weit aufklappen. Dass der 3:2-Formfaktor gegenüber dem verbreiteten 16:9 die Besonderheit hat, dass bei Videos ober- und unterhalb schwarze Balken auftauchen, dürfte ob des Charakters als Arbeitsgerät indes nur wenige Matebook-X-User stören.

Saubere Verarbeitung
Nichts zu bemängeln gibt es an der Verarbeitung des Matebook X. Das Gerät in seinem schlanken und leichten Alu-Chassis ist verwindungssteif, bietet trotz gerade einmal 1,2 Zentimetern Bauhöhe und Tastatur-Hintergrundbeleuchtung einen adäquaten Tastenhub und brilliert auch mit einem sauber eingepassten Touchpad mit klarem Druckpunkt und guten Gleiteigenschaften. Durchdachte Details wie der in den Power-Button eingelassene Fingerscanner verfestigen den guten Eindruck.

Nur wenige Anschlüsse verfügbar
Weniger gut hat uns im Test die Anschlussausstattung des Matebook X gefallen. Gut, im Gegensatz zu manch einem (auch optisch recht ähnlichen) Rivalen aus Cupertino gibt es hier zumindest zwei USB-C-Anschlüsse. In der Praxis bedeutet das für den Nutzer aber, dass er immer einen Adapter mitführen muss, wenn er irgendetwas an das Matebook X anschließen will - sei es ein externes Display, ein USB-Stick oder ein Drucker mit USB-A-Anschluss. Das könnte manch ein User im Alltag unpraktisch finden, zumal der - dankenswerterweise mitgelieferte - Adapter auf HDMI, USB und VGA dicker ist als das Matebook selbst.

Einen etwas besseren Wert hätten wir uns bei der Akkulaufzeit des Matebook X erhofft. Beim WLAN-Surfen hielt es im Test rund sechs Stunden durch. Mit reduzierter Bildschirmhelligkeit und geringer Last schafft es zwar auch einen achtstündigen Arbeitstag, ein Ausdauerwunder ist das Gerät aber nicht. Das kann manch Rivale - etwa das vergleichbare Dell XPS 13 - besser.

Bei der Software gibt es wenig Überraschungen: Am Matebook X läuft Windows 10 Home, auf die Dreingabe von Bloatware hat Huawei weitgehend verzichtet. Einzelne Dreingaben - etwa das Systemüberwachungs-Tool My Matebook - machen einen durchaus sinnvollen Eindruck und sorgen beispielsweise dafür, dass die Treiber am aktuellsten Stand sind.

Fazit: Alles in allem ist Huaweis Notebook-Erstlingswerk ziemlich gelungen. Das Matebook X ist sauber verarbeitet, ausnehmend leicht und mobil, bietet genug Rechenpower und ein äußerst ansprechendes Display sowie gute Eingabegeräte. Damit hat Huawei schon ordentlich vorgelegt, in einigen Details - etwa bei der Wärmeabfuhr, der Akkulaufzeit und der Anschlussausstattung - herrscht aber noch etwas Nachholbedarf. Nichts desto trotz: Starker Einstand!

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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