Do, 24. Mai 2018

California is great!

29.08.2017 11:51

VWs Crafter-Camper: Coole Details, schräge Optik

Wenn sie bei VW schon einen eigenen Transporter auflegen, dann richtig, mit allem drum und dran. Auf dem Düsseldorfer Caravansalon enthüllten die Hannoveraner Wolfsburger (die Nutzfahrzeugsparte sitzt in Hannover) nun auch den darauf basierenden Campingbus - zumindest das Konzeptfahrzeug namens California XXL. Vollgestopft mit innovativen Ideen, von denen man nur hoffen kann, dass sie in der Mehrheit auch den Weg in die Serie finden werden.

Mit einem Höchstmaß an Raumoptimierung und Flexibilität verwandeln die VW-Stylisten den nur sechs Meter langen, auf dem mittleren Radstand (3,64 Meter) basierenden Crafter in ein rollendes Drei-Zimmer-Appartement mit Küche und Bad. Eine Fünf-Zimmer-Wohnung, in der jeder einzelne Bereich mit viel Bewegungsfreiheit ausgestattet ist.

Der Wohn-/Essbereich mit der Zweierbank, großem, auf der Fahrerseite eingehängtem Tisch und den gedrehten Frontsesseln wirkt von den gängigen Grundrissen her vertraut. Allerdings fällt schon einmal eine Stehhöhe von 2,20 Meter auf. Vier große Dach-Panoramafenster sorgen für ein lichtes Ambiente und in Verbindung mit den weißen Möbeln und den gelbgrauen Stoffbezügen für einen erfrischenden Auftritt. Sie fluten den Innenraum aber nicht nur tagsüber mit Licht. Sie sind nämlich mit Lichtstreifen ausgestattet, die bei schlechtem Wetter oder am Abend als zusätzliche Ambiente-Beleuchtung für Helligkeit sorgen.

In den seitlichen Oberschrank ist die Espresso-Maschine integriert. Ein iPad Plus hinter der Sitzbank übernimmt die Aufgaben eines Kontrollpaneels, über das fast sämtliche Funktionen im Wohnbereich bedient werden können. Die Füllstände von Wasser-, Abwasser- und Gastank können abgelesen werden, die Fußbodenheizung reguliert und natürlich auch für das passende Infotainment gesorgt werden.

Ein Kinderschlafzimmer befindet sich über dem Fahrerhaus. Hier kann mit einem einfachen und leicht bedienbaren Auszug ein 1,70 x 1,20 Meter großes Bett für zwei Sprösslinge gebaut werden, die sich vor dem Einschlafen durch das vordere, aus-stellbare Panoramafenster noch den Sternenhimmel ansehen können.

Küche mit Überraschungen
Der Küchenblock steht zwar an gewohnter Stelle auf der Beifahrerseite halb im Bereich der Schiebetür. Durch einen vorderen Auszug und die umklappbare Abtrennung zum Heckbereich ergibt sich aber eine Küchenzeile von maximal zwei Metern Länge, die einen Arbeitsbereich bietet wie in keinem anderen Kastenwagen des Wettbewerbs. Eine clevere Detaillösung: Wird nicht gekocht, können die Gasbrenner per Knopfdruck in die Aluminiumoberfläche des Herdes eingefahren werden, was dann neben dem Spülbecken eine ebene Fläche ergibt, auf der sich ein zusätzliches Schneidebrett hin- und herschieben lässt. Kühlschränke sind gleich zwei an der Zahl montiert. Einer unter dem Gasbrenner mit einem seitlichen Auszug, und der zweite samt Gefrierfach im Oberschrank über Herd und Spüle. Insgesamt über 100 Liter Fassungsvermögen.

Der Clou ist freilich das wandelbare Badezimmer. Ist es nicht in Benutzung, wirkt es wie eine Schrankfläche, bei der lediglich ein in die Oberfläche eingearbeitetes Herz einen Hinweis auf das gibt, was sich hinter der Schrankfläche befindet. Vor dem Betreten des Bades wird die gesamte Vorderfront im Stile einer "Apothekertür" einfach Richtung Küchenzeile aufgezogen. Der wie in einem Schiff gestreifte Korkboden schiebt sich unter die Küchenzeile und macht Platz für die in den Badboden integrierte Duschwanne. Die Nasszelle verdoppelt damit ihren Raum auf 1,20 x 0,60 Meter Grundfläche, und es ist reichlich Platz zum Duschen vorhanden. Über dem fest installierten WC lässt sich das Waschbecken herunterklappen. Ein großer schwenkbarer Spiegel verschließt auf der linken Seite einen Schrank für Seife, Shampoo und sonstige Toilettenartikel. Mehr Raumoptimierung geht nicht.

Das herausgefahrene Bad kann auch als Trennwand zum hinteren Schlafbereich genutzt werden. Das ist allerdings ungünstig, wenn dort ein nächtlicher Toilettengang notwendig wird. Womit wir im letzten Zimmer angekommen wären: dem Schlafbereich. Hier sind zwei Einzelbetten eingebaut, die tagsüber ohne verbindendes Mittelteil mehr Bewegungsfreiheit bei Küchenaktivitäten erlauben und nachts mit dem von der Fahrerseite aus herausgeklappten Zwischenstück zu einer großen durchgängigen Liegefläche (2,00x1,70 Meter) ergänzt werden können.

Auch hier finden sich pfiffige Detaillösungen wie eine nach eigenem Gusto in verschiedenen Zonen heiz- und kühlbare Bettfläche oder ein Beamer in der Heckrückwand, der auf Wunsch Filme und Videos auf die Außenwand des Bades projiziert. Rundherum offerieren Oberschränke, die sich mit Klappen wie im Flugzeug öffnen lassen, jede Menge Stauraum. Eine Stange für hängende Kleider fehlt allerdings.

Ungewöhnliche Außenansicht
Von außen präsentiert sich die rollende Fünf-Raum-Wohnung mit der Zweifarb-Lackierung ganz im Geiste des erfolgreichen T6-Californias. Das aufgepflanzte Superhochdach mag funktional ein wesentliches Element sein, optisch wirkt die XXL-Variante damit aber nicht wie aus einem Guss. Die kleine Nase über der Windschutzscheibe könnte man als Mini-Alkoven noch verkraften, aber das am Heck oberhalb der Türgrifflinie angebrachte Verlängerungsstück stört die Harmonie doch deutlich, ist wegen der zwei Meter langen Betten im Heck aber zwingend notwendig. Nur beim längeren Radstand könnte man darauf verzichten.

So weit sind die VW-Verantwortlichen aber noch lange nicht. Vorstandschef Eckhard Scholz machte am Vorabend des Caravan-Salons zwar keinen Hehl daraus, dass VW einen großen Bruder des Californias auf Crafter-Basis in Eigenregie bauen wird. Welche der revolutionären Ideen aus der Studie den Weg in die Serienproduktion finden wird, sei allerdings noch offen. Auch zu Preisspekulationen ließ er sich nicht hinreißen. Denn eins ist klar: Wer die vielen Vorzüge des aktuell besten Nutzfahrzeugs in seiner Klasse nutzen will, wie in der Studie auf Allradantrieb und Luftfederung setzt und mit einem Großteil der innovativen Lösungen den Preis noch weiter in die Höhe schrauben dürfte, der bewegt sich wahrscheinlich schon in sechsstelligen Regionen.

(SPX/sms)

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden