Sa, 25. November 2017

Experten alarmiert:

01.08.2017 09:12

Anstieg von Suizid-Suchanfragen nach Netflix-Serie

Nach dem Start der umstrittenen Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" haben Wissenschaftler in den USA einen starken Anstieg der Online-Suchanfragen zu Selbstmord festgestellt. Nach dem Serienstart am 31. März sei bei Google Trends ein Anstieg der selbstmordbezogenen Suchanfragen um 19 Prozent verzeichnet worden, schrieben Forscher in einer am Montag veröffentlichten Studie.

Insgesamt habe es in den ersten 19 Tagen nach der Veröffentlichung der Serie 900.000 bis 1,5 Millionen suizidbezogene Suchanfragen mehr gegeben als zuvor, erklärte Informatikprofessor Mark Dredze, einer der Ko-Autoren der Studie. Den größten Anstieg gab es demnach bei der Suchanfrage "Wie man Suizid begeht", auch "Suizid begehen" und "Wie man sich selbst tötet" wurden häufiger in die Suchmaschine eingegeben. Anstiege wurden aber auch bei Anfragen zu "Suizid-Hotline" und "Suizid-Prävention" registriert.

"Schlimmste Befürchtungen bestätigt"
Ob die Serie, in der es um den Suizid einer Schülerin geht, tatsächlich zu Nachahmungstaten führte, wurde in dem Beitrag für die Zeitschrift der American Medical Association allerdings nicht untersucht. Trotzdem zeigten sich die Autoren von den Befunden alarmiert. "Unsere Ergebnisse bestätigen die schlimmsten Befürchtungen der Kritiker der Serie", sagte der leitende Autor John Ayers von der San Diego State University. Menschen mit Selbstmordgedanken könnten durch die Serie dazu animiert werden, sich über Selbsttötungen zu informieren.

Kritik an expliziter Darstellung
In der Serie "Tote Mädchen lügen nicht" (Originaltitel: "13 Reasons Why") geht es um den Suizid einer Schülerin. Ihr Freund erhält einen Karton mit Kassetten, auf denen seine Freundin die Gründe für ihren Schritt darlegt. Während Fans der Serie die ehrliche Schilderung von Teenager-Problemen loben, kritisieren etwa österreichische Psychotherapeuten die explizite Darstellung des Suizids in der letzten Folge und mangelnde Hinweise auf Hilfsangebote für suizidgefährdete Jugendliche.

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Redaktion
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