Mo, 11. Dezember 2017

Kalenderwoche 22

31.05.2017 12:42

Sie stellen Fragen - Experten antworten

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragen per E-Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

Blut im Stuhl!
Hans W. (54): "Ich habe vor rund einem Monat Blut im Stuhl bemerkt! Ich fühle mich auch schlapp und bin appetitlos. Was könnte die Ursache sein? Welche Maßnahmen sind notwendig?"

Die beschriebenen Symptome deuten auf eine Blutung im Magen-Darm-Trakt hin. Die Müdigkeit könnte ein Zeichen dafür sein, dass bereits Blutarmut (Anämie) vorliegt. Als Ursachen kommen Hämorrhoiden, ein Geschwür im Magen oder im Zwölffingerdarm, eine Darmentzündung, blutende Divertikel (krankhafte Ausstülpungen der Darmwand), Polypen oder auch Krebs in Frage.

Als erste Maßnahme sind eine Blutabnahme sowie eine Magen-Darm-Spiegelung notwendig. Um rechtzeitig behandeln zu können, werden ab 50 Vorsorge-Darmspiegelungen ausdrücklich empfohlen. Früherkennung steigert die Heilungschancen grundsätzlich erheblich. Immerhin ist laut Österreichischer Krebshilfe Dickdarmkrebs bei Männern die dritt- und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung

Wie das Dickdarmkarzinom entsteht, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Mögliche Ursachen sind jedoch neben erblicher Veranlagung Rauchen (!), fettreiche Kost, Übergewicht und Darmpolypen. Diese stellen oft eine Vorstufe von Krebs dar und können im Zugeder Vorsorge-Kolonoskopie rechtzeitig entfernt werden! Sollte die Diagnose tatsächlich Darmkrebs heißen, wird ein maßgeschneiderter Therapieplan aufgestellt, der eine realistische Chance bietet, diese Krankheit zu besiegen. In der Rudolfinerhaus Privatklinik in Wien etwa werden alle notwendigen Maßnahmen von einem Fachärzteteam im Rahmen des sogenannten Tumorboards erstellt. Dort stehen für die Nachsorge auch spezielle Pflegespezialistinnen für Onkologie sowohl den privaten Patienten als auch deren Angehörigen zur Verfügung.

Prof. PD. Dr. Arthur Bohdjalian
Leiter der Tagesklinik und chirurgischen Ambulanz an der Rudolfinerhaus Privatklinik.
Informationen: 01/36036-6468, ambulanz@rudolfinerhaus.at

Was ist ein Lungenemphysem?
Werner K. (65): "Ich war starker Raucher, habe zwar vor ein paar Jahren aufgehört, leide aber dennoch zunehmend an Atemnot. Bei der Untersuchung wurde die Diagnose Lungenemphysem gestellt. Ich bitte um eine genaue Erklärung dieser Krankheit."

Um den Begriff Emphysem verstehen zu können, müssen wir uns zunächst die Anatomie der Atemwege ansehen: Die Luft strömt über den Nasenrachenraum in die Luftröhre und gelangt so in die Bronchien. Diese haben am Ende sackförmige Ausstülpungen, die man Alveolen oder Lungenbläschen nennt. Dort findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff geht in die Blutbahn, Stickstoff wird abgeatmet.

Kommt es nun zur Zerstörung dieser Lungenbläschen und der bindegewebigen Struktur in der Lunge, so spricht man vom Lungenemphysem. Die vielen kleinen Bläschen werden zu wenigen großen. Folge ist eine Störung des beschriebenen Gasaustausches - die Betroffenen bekommen weniger Luft! Die Diagnose stellt der Lungenfacharzt. Er hört beim Abhorchen typische Veränderungen in der Lunge. Im Röntgen sieht man den Abbau von Lungengewebe. Über den Grad der Beeinträchtigung gibt eine Überprüfung der Lungenfunktion Aufschluss.

In seltenen Fällen können zwar auch Neugeborene von einer angeborenen Form betroffen sein. Hauptursache ist und bleibt aber das Rauchen! Weiters kommen Umwelteinflüsse wie Staub und Abgase als Auslöser in Frage. Die Zerstörung ist leider nicht rückgängig zu machen. Wichtigste Maßnahme: Aufhören mit dem Rauchen! Menschen mit Emphysem schränken ihre körperlichen Aktivitäten nach und nach ein. Da helfen Medikamente und gezielte Rehabilitation - die Atemnot bessert sich, die Leistungsfähigkeit kehrt bis zu einem gewissen Grad zurück. Grundsätzlich gilt: Je aktiver die Betroffenen bleiben, desto länger leben sie!

Dr. Ralf Harun Zwick
Internist am Krankenhaus Tulln (NÖ) und Leiter der Pneumologischen Rehabilitation, Therme Wien Med.
Informationen: ralf.zwick@thermewienmed.at; 01/505 99 91

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