Sa, 21. Oktober 2017

Nutzen zweifelhaft

17.05.2017 09:12

USA wollen Laptop-Verbot auf Europa ausweiten

Die USA werden das Laptop-Verbot auf Flügen in die Vereinigten Staaten wohl auch auf Europa ausdehnen. Der Sprecher des US-Heimatschutzministeriums, David Lapan, nannte eine Ausweitung des Verbots nicht allein auf Europa, sondern auf weitere Regionen am Dienstag "möglich". Eine Vertreterin des Ministeriums, Elaine Duke, wird am Mittwoch zu Gesprächen über das Laptop-Verbot in Brüssel erwartet.

Der Sprecher des Heimatschutzministeriums verteidigte das Verbot: Die Behörden müssten mit den sich ändernden terroristischen Gefahren Schritt halten, sagte er. "Wie viele Versuche haben wir schon gesehen, ein Passagierflugzeug zum Absturz zu bringen - Unterhosenbomben, die Nutzung von Flüssigkeiten, von Druckerpatronen." Es sei die Pflicht der Behörden, "herauszufinden, was die, die uns schaden wollen, als Nächstes tun werden, und zu versuchen, sie aufzuhalten".

Schon seit März dürfen sämtliche elektronischen Geräte, die größer als Mobiltelefone sind, also Laptops, Tablets, E-Book-Reader oder Kameras, auf Flügen von acht muslimischen Ländern in die USA nicht mehr in die Kabine mitgenommen werden. Grund ist die Befürchtung, dass in ihnen Sprengsätze versteckt werden könnten. Bei einem Verbot für die gesamte EU wären laut dem Flughafenbetreiber-Verband ACI Europe mehr als 3250 Flüge pro Woche in die USA betroffen.

Zusätzliche Kontrollen, Zeit und Nerven
Sollte ein US-Verbot nur für bestimmte Flughäfen in Europa gelten, müssten diese einen erheblichen Wettbewerbsnachteil fürchten. Auf Reisende kämen wohl zusätzliche Kontrollen zu, außerdem müssten sie teures Gerät mit persönlichen oder auch sensiblen geschäftlichen Daten aus den Händen geben. Verlorenes Gepäck würde zu einem noch größeren Ärgernis als bisher, Geschäftsreisenden ginge auf langen Transatlantikflügen wertvolle Arbeitszeit verloren. Der Geschäftsreiseverband VDR rechnet deshalb mit Buchungsrückgängen.

Nutzen zweifelhaft
Was sich die USA von dem Kabinen-Verbot versprechen, ist aus europäischer Sicht schwer nachvollziehbar. Die Geräte würden ja weiterhin mitfliegen, nur eben im Frachtraum. Der europäische Pilotenverband European Cockpit Association fürchtet, dass solche Auflagen die Branche vom Regen in die Traufe führen. Wenn Passagiere ihre Tablets und Laptops nicht mit in die Kabine nehmen dürfen, fliegen im Frachtraum große Mengen von Geräten mit Lithium-Batterien mit, was als mögliches Brandrisiko gilt. Dadurch könnte der Frachtraum erst recht zum attraktiven Ziel für Terroristen werden, warnt der Verband.

 krone.at
Redaktion
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