Do, 14. Dezember 2017

Illegaler Filmhandel

02.05.2017 12:06

Dieser Automat speichert Raubkopien auf USB-Sticks

Was hierzulande völlig undenkbar wäre, gehört in äthiopischen Einkaufszentren zum Alltag: Automaten mit riesigen Bibliotheken raubkopierter Filme, an denen die Kundschaft ihre USB-Sticks gegen einen kleinen Obolus mit den neuesten Blockbustern füllen. Mit 13 bis 22 Cent pro Film sind sie dabei.

Das berichtet das Filesharing-Nachrichtenportal "TorrentFreak" unter Berufung auf einen Informanten, der die Raubkopie-Automaten selbst gesehen hat. Ihm zufolge handle es sich bei den Automaten um gelbe Kästen mit Display und USB-Anschluss, die auf den ersten Blick an einen Bankomaten erinnern.

Arbeiter wartet Raubkopie-Videotheken
Allerdings verteilen die Automaten namens "SwiftMedia" kein Bargeld, sondern Raubkopien. Sie sollen in etlichen großen Einkaufszentren in Äthiopien stehen und regelmäßig "gewartet" werden. Die Wartung umfasst dabei freilich nicht nur die Prüfung der technischen Funktion, sondern auch das Betanken der Automaten mit den neuesten Filmen, führt der Informant aus.

Betrieben werden die Automaten von einem Unternehmen namens Escape Computing, das sich zu Anfragen bezüglich seiner "SwiftMedia"-Automaten nicht äußern will. Eine Jobausschreibung aus dem Vorjahr legt jedoch nahe, dass das Unternehmen mit seinen Automaten tatsächlich im großen Stil raubkopierte Filme verkauft. Immerhin sucht man darin explizit nach einem IT-Spezialisten, der auch ein guter "Filmverkäufer" sein sollte.

Automaten bieten brandneue Blockbuster an
Dass die Automaten illegale Raubkopien verkaufen, wollte ihr Entdecker anfangs gar nicht glauben. Er ging davon aus, dass nur alte Filme zum Verkauf standen, deren Rechte erloschen waren. Erst als er das Angebot genauer inspizierte und etliche Filme entdeckte, die es eigentlich noch gar nicht im Handel geben dürfte, wurde ihm klar, dass im großen Stil Raubkopien verkauft werden.

Dass solche Automaten in Äthiopien ein gutes Geschäft darstellen, ist nachvollziehbar. Breitband-Internet, über das sich die Nutzer Filme auf ihren PC laden könnten, ist in weiten Teilen Afrikas den Wohlhabenden vorbehalten. Die breite Masse hingegen greift zum USB-Stick und trägt die Daten von Haus zu Haus. Da kommt die Möglichkeit, den USB-Stick im nächsten Einkaufszentrum per Automat zu befüllen, vielen Piraten gerade recht.

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