So, 19. November 2017

„Wie Briefbombe“

20.03.2017 09:08

Epilepsie-Attentat per GIF: Twitterer verhaftet

Wegen des Verdachts auf Cyberstalking bzw. -mobbing mit der Absicht auf Tötung muss sich der 29-jährige US-Amerikaner John Rayne Rivello vor Gericht verantworten. Er soll dem an Epilepsie leidenden Journalisten Kurt Eichenwald eine Twitter-Nachricht mit einem animierten GIF geschickt und damit einen Anfall bei diesem ausgelöst haben. Rivello drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Eichenwald hatte bereits im vergangenen Oktober einen Tweet mit einem animierten GIF erhalten, sich damals laut eigenen Angaben jedoch noch rechtzeitig davon abwenden können. Am 15. Dezember war ihm dies nicht mehr gelungen: Das flackernde Licht einer neuerlichen Twitter-Attacke löste bei dem Trump-kritischen Journalisten einen Anfall aus. Die dazugehörige Botschaft des Absenders: "Du verdienst einen Anfall."

Eichenwald hatte daraufhin laut eigenen Angaben eine Auszeit von Twitter genommen und rechtliche Schritte gegen den Angreifer angekündigt. Dieser wurde laut FBI nun am vergangenen Freitag gefasst: Wie eine Untersuchung seines Twitter-Accounts zutage förderte, soll der 29-jährige John Rayne Rivello aus Salisbury im US-Staat Maryland anderen Nutzern des Kurznachrichtendienstes von seiner geplanten Tat berichtet haben. Aus diesen Nachrichten geht laut einem Bericht der "New York Times" auch hervor, dass Rivello von Eichenwalds Epilepsie wusste.

"Wie eine Briefbombe"
Laut Eichenwalds Anwalts Steven Liebermann unterscheidet sich der Vorfall damit auch grundlegend von anderen Stalking- oder Mobbing-Fällen im Internet. Während diese für gewöhnlich dem Opfer emotionalen Schaden zufügten, habe dieser Angriff speziell auf Eichenwalds medizinischen Zustand abgezielt, um ihm physischen Schaden zuzufügen. "Diese elektronische Botschaft war nicht anders als eine Briefbombe oder Milzbrand-Erreger, die in einem Umschlag verschickt werden: Sie löste eine körperliche Wirkung aus", so Liebermann.

Rivello drohnen im Falle einer Verurteilung nun bis zu zehn Jahre Haft. Für Kurt Eichenwald ist die Gefahr deswegen jedoch noch nicht gebannt. In einem Tweet vom Freitag bedankte er sich bei den Behörden für die erfolgreiche Arbeit, räumte zugleich aber auch ein, dass er seit dem Vorfall am 15. Dezember von mehr als 40 weiteren Accounts Epilepsie auslösende GIFs erhalten habe. Die nötigen Informationen darüber habe er dem FBI übergeben. Seine Botschaft an alle Nachahmer: "Hört auf, mir weitere GIFs zu schicken."

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Redaktion
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