Mo, 22. Jänner 2018

Nicht ungefährlich

08.03.2017 09:48

Schon 64 Fälle: 2017 wird Masern-Rekordjahr

In Österreich sind bis Anfang März bereits 64 Masernerkrankungen diagnostiziert worden. Damit haben wir schon jetzt die höchste Infektionsrate der vergangenen drei Jahren erreicht. Nachdem sich im Jahr 2015 insgesamt 59 Menschen mit Masern infiziert hatten, wurde im Jahr 2016 mit nur sieben Masernerkranungen die geringste Fallzahl verzeichnet.

"Wir haben nach wie vor ein Masern-Problem. Das wird auch so bleiben", sagt Tropenmediziner Herwig Kollaritsch. Der Grund: Schon bei den Kleinkindern sind viel zu wenige geimpft. Der Experte sagt: "Wir haben in Österreich eine 92-prozentige Durchimpfungsrate bei den Zwei- bis Fünfjährigen. Aber nur 82 Prozent haben die notwendige zweite Impfung erhalten." Ziel sei es, dass mit dem zweiten Lebensjahr 95 Prozent der Kinder zwei Immunisierungen erhalten haben, so der Mediziner.

Bereits in sechs Bundesländern seien heuer Erkrankungen aufgetreten: je 26 in Niederösterreich und der Steiermark, sechs in Oberösterreich, je zwei in Kärnten und Wien sowie je ein Fall in Tirol und Vorarlberg.

Keine ungefährliche Erkrankung
Laut Kollaritsch sollte man damit aufhören, die Masern als eine ungefährliche Erkrankung zu betrachten. Eine Infektion töte beispielsweise den Großteil der Immun-Gedächtniszellen und führe so zu einer längerfristigen Immunschwäche gegenüber anderen Erkrankungen. Dabei kann es etwa zwölf Jahre nach einer Infektion noch zu tödlichen Entzündungen des Gehirns kommen.

Früher nahm man die Wahrscheinlichkeit, an Masern zu erkranken, bei eins zu 10.000 bis 100.000 an. Laut neueren Erkenntnissen dürfte diese Rate bei etwa eins zu 1700 liegen.

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Redaktion
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