Di, 21. November 2017

Übler Hacker-Scherz

26.12.2016 15:37

Sony schockt Fans: „Britney Spears ist tot“

Ausgerechnet an jenem Tag, an dem mit George Michael ein ganz Großer des Musikgeschäfts von uns gegangen ist, hat sich jemand einen üblen Scherz mit der Todesnachricht eines weiteren Stars erlaubt: Über das Twitter-Konto des Plattenlabels Sony ist am Montag verkündet worden, Pop-Sängerin Britney Spears sei bei einem Unfall gestorben. Die Meldung verbreitete sich daraufhin wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken, entpuppte sich aber schnell als falsch. Wie sich herausstellte, wurde das Konto des Labels bei dem beliebten Kurznachrichtendienst gehackt.

"Britney Spears ist bei einem Unfall ums Leben gekommen", war zwischenzeitlich am Montag in einem Tweet des US-Plattenlabels Sony Music, bei dem die Pop-Sängerin unter Vertrag steht, zu lesen. Darunter der Hashtag #RIPBritney und ein weinender Smiley. "Wir werden euch bald mehr sagen", kündigte das Label zudem in einem weiteren Tweet nähere Informationen zu Spears' Ableben an.

Die Todesmeldung verbreitete sich daraufhin schnell in den sozialen Netzwerken, wobei sich allerdings zahlreiche User irritiert zeigten: Auffallend war vor allem die Schreibweise des Sony-Tweets, der durchgehend in Kleinbuchstaben verfasst war. Außerdem war die Meldung angesichts des ernsten Inhalts doch etwas zu salopp formuliert und unterschied sich von allen anderen Inhalten auf @SonyMusicGlobal, das mehr als 600.000 Follower zählt. Zudem fand sich keine entsprechende Information bei anderen Quellen, etwa Spears' Management.

Dennoch verbreiteten auch zahlreiche Nachrichtenseiten rund um den Globus, darunter auch öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten, die Todesmeldung. Auch Musikkollegen fielen auf den Hack herein. Unter anderem postete das Social-Media-Team von Bob Dylan eine Beileidsbekundung. Auf Sonys Twitter-Konto wurde die Todesmeldung zwar gelöscht, tauchte aber immer wieder auf. Erst eine gute halbe Stunde später dann die Entwarnung: "Britney lebt", hieß es in einem neuen Tweet.

Auch ein Sprecher des 35-jährigen US-Popstars dementierte die Todesnachricht auf Medienanfrage. "Britney lebt und es geht ihr gut", versicherte Spears-Sprecher Adam Leber. "Anscheinend wurde das Twitter-Konto von Sony Music manipuliert", erklärte Leber. Sony Music in New York erklärte, noch eine offizielle Mitteilung zu dem Vorfall veröffentlichen zu wollen.

Hackergruppe "OurMine" für Todesmeldung verantwortlich?
Wer hinter der Hacker-Attacke steckt, blieb vorerst unklar. Möglicherweise stecke die Hackergruppe "OurMine" hinter der Falschmeldung, hieß es in Medienberichten. Die Gruppe machte in der Vergangenheit wiederholt mit Hacks von promineten Social-Media-Accounts von sich Reden - um sich so als selbsternannte IT-Sicherheitsexperten zu vermarkten. So hatten "OurMine" bereits die Profile von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei Twitter und der Fotoplattform Pinterest - angeblich mit einem alten Passwort für das Karriere-Netzwerk LinkedIn - gehackt. Auch Google-Chef Sundar Pichai und den Gründer des Musikdienstes Spotify, Daniel Ek, traf es schon.

Spears postete Bilder aus dem Weihnachtsurlaub
Britney Spears selbst hat auf ihren Social-Media-Kanälen noch nicht auf ihren vermeintlichen Tod reagiert. Ihr aktuellstes Posting wurde am Sonntag auf Instagram hochgeladen und zeigt ihre Söhne beim weihnachtlichen Outdoor-Urlaub. Zusammen mit Freunden sieht man die Familie beim Jagen und Krebse fischen.

Der Tod von Britney Spears wurde übrigens schon mehrere Male vermeldet. Erst im Juni hatten zwei Radio-Moderatoren aus Kalifornien verkündet, dass die Sängerin bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Immer wieder kommt es in Sozialen Netzwerken zu gefälschten Todesmeldungen. Da im Jahr 2016 zahlreiche prominente Pop-Musiker - teilweise plötzlich und durchaus überraschend - ums Leben gekommen sind, stoßen solche Meldungen dort regelmäßig auf Resonanz, auch wenn sie jeder Grundlage entbehren.

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