Di, 23. Jänner 2018

Kleiner Renn-Jedi

14.01.2009 14:01

Yamaha YZF-R6: Darth will ich!

Möge die Macht mit dir sein, raunt mir die Yamaha YZF-R6 zu, als ich ihr unbewaffnet gegenübertrete. Die Optik dieser schwarzen Schönheit hat etwas von Darth Vader, dem Jedi-Ritter, der auf die dunkle Seite der Macht gewechselt ist. Wer sich auf ihren Rücken setzt, muss stark sein, sonst wird sie zum Verbündeten der Schergen des Innenministeriums, deren Lichtschwerter Polizeikellen gleichen.

Wer die Charakterprüfung besteht, vereinigt sich mit dieser dunklen Macht, verschmilzt mit der Maschine und fliegt über den Asphalt, als wenn es kein Morgen gäbe. Wären Zweiräder erlaubt, die R6 wäre ein heißer Kandidat für den Sieg m Podrennen auf Tatooine.

Wildfang
Kein Wunder: Rennsport liegt ihr in den Genen. Die dritte Serie der YZF-R6 zeichnet sich durch Technik vom Allerheftigsten und –feinsten aus. Der Motor bringt sagenhafte 130 PS bei 14.500/min, Fahrwerk, Rahmen und Verkleidung sind neu; und jetzt kommt’s: Hier werkt die von den MotoGP-Maschinen abgeleitete intelligente Drosselkappenbetätigung (Yamaha Chip Controlled Throttle/YCC-T). Diese neuartige Technik zur Ansteuerung der Drosselklappen kommt zum ersten Mal bei einem Serienfahrzeug zum Einsatz. Mit diesem System ist stets optimales Beschleunigen gewährleistet. Die „Überfütterung“, die sich bei einer konventionellen Drosselklappenbetätigung beim hektischen Betätigen des Gasgriffs in der Beschleunigungsphase leicht einstellen kann, ist Dank YCC-T ausgeschlossen.

Die R6 ist mit 161 Kilo ein echtes Leichtgewicht, lässt sich in Kurven führen wie ein Lichtschwert. Der Sound dabei ist aber ungleich beeindruckender als bei der Jedi-Waffe. Unten herum, wo sich die Leistung noch in Grenzen hält, ein gefährliches kehliges Röcheln, nach oben wird daraus ein kreischendes Brüllen daraus. Zu jedem Zeitpunkt funktioniert die Verbindung Mensch/Maschine nicht nur über den Körper, sondern auch über die Ohren. 270 km/h verbucht der digitale Tacho, wenn man es drauf anlegt, bis dahin hat der Schaltblitz fünf Mal geleuchtet. Die 100 waren schon nach einem Wimpernschlag kein Gedanke mehr.

Blickfang
Auch optisch ist die R6 ein heißer Feger. Herrliche Linien, im schwarzen Lack die herrlichsten Spiegelungen, böser Lufteinlass zwischen den Scheinwerfern, und vor allem der Auspuffstummel ist ein echter Reißer. Nur die ans hochgezogene Heck geschraubte Krücke für Kennzeichen und Blinker irritiert mich ein wenig.

Windfang
Die Sitzposition hinter der schönen und wirksamen Verkleidung kommt mir als knapp-1,90-Ritter mehr entgegen als die des 2005er Modells. Trotzdem kommt sie mir eher klein vor unter meinem großen Körper. Aus den Rückspiegeln sehe ich relativ wenig nach hinten (man muss aber auch sehr charakterstark sein, um in den Spiegeln überhaupt jemanden auftauchen zu lassen).

Was die R6 im Stadtverkehr zur Freundin der kassierenden Organe macht, ist der Drehmomentverlauf. Diese bissige Rennmaschine greift noch deutlicher erst oben an als das etwas sanftere Vorjahresmodell. Beinahe wie ein Turbo setzt die gnadenlose Leistung knapp über der Hälfte der Topdrehzahl ein. Beim schnellen Ampelstart heißt es, den Gasgriff rechtzeitig nachzulassen. Sonst kommen zum Kaufpreis von 12.990,-- Euro noch ein paar Raten dazu. Ganz schnell.

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