Do, 19. Oktober 2017

EU-Vorhaben

23.06.2016 09:58

Roboter sollen „elektronische Personen“ werden

Das EU-Parlament erwägt einem Gesetzesentwurf nach Roboter als "elektronische Personen" zu klassifizieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sollen dadurch die negativen Folgen der Roboter-Revolution in der Industrie abgefangen werden.

Dem Reuters vorliegenden Entwurf des Rechtsausschusses nach hätte die Klassifizierung von Robotern als "elektronische Personen" vor allem weitreichende Folgen für deren Besitzer. Sie wären dann nämlich, so die Idee, unter anderem auch dafür verantwortlich, Sozialabgaben für die Arbeitsleistung der Roboter zu zahlen. Etwaige negative Konsequenzen durch die sogenannte Industrialisierung 4.0 für den Arbeitsmarkt sollen dadurch abgefedert werden.

Kritik an Gesetzesvorhaben
Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen und Anlagenbau, hält diese Pläne für "praxisferne Bürokratie" und fürchtet einen Dämpfer für die Robotik-Entwicklung. "Wir halten das für nicht sinnvoll, weil es viel zu früh kommt", so Schwarzkopf, dem zufolge nicht davon auszugehen ist, dass in drei bis fünf Jahren autonome und menschenähnliche Roboter in der Produktion anzutreffen sein werden. "Das ist vielleicht in 50 Jahren mal ein Thema."

"Roboter schaffen Arbeitsplätze"
Dass die Aufrüstung der Industrie mit immer mehr Robotern Arbeitsplätze vernichtet, sieht Schwarzkopf ohnehin nicht. Im Gegenteil: "Wir sehen, dass die Zahl der Arbeitsplätze steigt", so der Geschäftsführer des Branchenverbands. In der deutschen Autoindustrie sei der Roboterbestand demnach seit 2010 um 17 Prozent gestiegen und die Zahl der Beschäftigten um 13 Prozent.

Smarte und mobile Roboter als Arbeitskollegen nähmen Menschen schwere oder ungesunde Arbeiten ab. Das erhöhe zugleich die Produktivität und mache Arbeitsplätze sicherer - "ein Erfolgsrezept", ist Schwarzkopf überzeugt.

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