Sa, 18. November 2017

Zieht alle Register

26.02.2016 07:09

iPhone-Sperre: Apple beruft sich auf Verfassung

Apple zieht im Kampf gegen die von den Sicherheitsbehörden verlangte Entsperrung eines Terroristen-iPhones alle Register. In einem am Donnerstag übermittelten Gerichts-Schriftsatz berief sich der US-Technologiegigant auf den Ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Meinungsfreiheit garantiert.

"Es geht nicht nur um ein einzelnes iPhone", betont Apple mit Blick auf das Smartphone des Attentäters von San Bernardino, Sayed Farook. "Wenn die Schleusen einmal geöffnet sind, können sie nicht mehr geschlossen werden." Stimme das Gericht dem Antrag des FBI zur Entschlüsselung zu, könnte vielleicht bald verlangt werden, "dass wir einen Code schreiben, damit das Mikrofon zu Überwachungszwecken eingeschaltet wird".

FBI-Direktor James Comey hatte zuvor im US-Kongress gesagt, dass diese Angelegenheit nicht zu einem Präzedenzfall für eine breitangelegte Überwachung und Kontrolle von iPhones werde. Der Kongress kündigte am Donnerstag an, Vertreter von Apple und FBI zu einer Anhörung in dem Fall laden zu wollen.

Apple-Chef Tim Cook hatte angekündigt, sich mit allen Mitteln gegen die verlangte Entsperrung wehren zu wollen. Er kündigte an, mit US-Präsident Barack Obama über die Angelegenheit zu sprechen.

NATO-Zentrum warnt vor Konsequenzen
Cook bekam auch Schützenhilfe von unerwarteter Seite, nämlich von Experten des NATO-Zentrums zur Abwehr von Cyberangriffen in Tallinn. Sie warnten davor, dass die Aushebelung der iPhone-Sperre zu Missbrauch durch Kriminelle führen könnte. Die Auswirkungen einer Aushebelung des Schutzes vor sogenannten Brute-Force-Attacken reichten über den Einzelfall und die Strafverfolgung hinaus, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Zentrums.

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