Mo, 23. Oktober 2017

Appell an Uhrmacher

30.11.2015 08:59

Tag-Heuer-Chef warnt vor Angriff der Apple Watch

Die Uhrenindustrie soll sich mit eigenen Smartwatches gegen die Konkurrenz von Apple zur Wehr setzen. Das fordert Jean-Claude Biver, Uhrenchef des Luxusgüterkonzerns LVMH. Er warnt die Schweizer Uhrenindustrie davor, Apple zu wenig ernst zu nehmen.

Mit der zu LVMH-gehörenden Schweizer Luxusuhrenmarke Tag Heuer hat Biver bereits eine eigene Smartwatch lanciert. "Ich verteidige das Eintrittspreis-Segment. Das war der erste Grund für eine Smartwatch. Reine Verteidigung", sagte Biver im Interview mit der "Schweiz am Sonntag".

Den Markt der Smartwatches hatte Apple im April mit seiner Uhr befeuert - und damit die traditionsreiche klassische Uhrenindustrie herausgefordert. Bei den Uhrmodellen, die zu Einstiegspreisen von 1110 Euro verkauft werden, hätte Apple Tag Heuer laut Biver gefährlich werden können. Nun müsse er den Konzern nicht mehr fürchten. Ihm mache es auch keine Angst, mit seiner Strategie in der Schweizer Uhrenbranche recht allein dazustehen, so der Uhrenchef.

Sorge um Uhrenindustrie
"Aber um die Schweizer Uhrenindustrie mache ich mir schon ein wenig Sorgen", so Biver. Wenn Schweizer Marken, die Uhren um 300 bis 2000 Franken verkaufen, keine Antwort hätten auf die Apple Watch, würden sie angegriffen. "Und sie werden bestimmt Marktanteile verlieren. Das wäre für die Industrie als Ganzes nicht gut." Zwar könne er auch Unrecht haben und der Spuk in zwei, drei Jahren vorbei sein, räumt Biver ein. "Aber das weiß niemand. Also wäre es besser, man würde sich schützen."

Ob sich die Uhrenindustrie für den Angriff vorbereitet, weiß Biver aber nicht. Einige Schweizer Uhrenhersteller haben heuer bereits Entwürfe für intelligente Uhren vorgelegt. Branchenführer Swatch hat bereits eine Smartwatch im Angebot - die hat allerdings weniger Funktionen als die Produkte vieler Konkurrenten.

"Apple setzt den Standard"
Biver hält von solchen Uhren, die nur einen Teil der Funktionen der Apple Watch bieten, jedoch nicht viel. Apple gebe vor, welche Funktionen man haben müsse und setze quasi den Standard, sagte er. Mit der eigenen Smartwatch will sich Tag Heuer vor allem auf die USA konzentrieren, wie Biver weiter ausführt. Zurzeit gingen pro Stunde etwa zehn Uhren über den Ladentisch.

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