Mi, 22. November 2017

Die Magie des Mekong

16.11.2015 09:23

Einfach treiben lassen in Vietnam

Eine kurze Tour durch Süd- und Zentralvietnam bezaubert mit der Magie des Mekong, verschlafenen Küstenstädtchen und köstlicher Küche.

Es ist ein heilloses Durcheinander. Von allen Seiten schlängeln sich Mopeds und Fahrräder durch den stockenden Verkehr. Der Verkehr in Ho Chi Minh City folgt seinen ganz eigenen Regeln. Selbst mitten hinein zu düsen in dieses für westliche Augen schier undurchdringliche Chaos, wäre eine zu große Mutprobe. Auf einer geführten Vespa-Tour übernimmt ein geübter Fahrer gelassen diese Aufgabe, während man sich selbst am Sozius festkrallt. Es dauert eine Weile, doch irgendwann beginnt man dem unruhigen Fluss der Moped- und Autoströme zu vertrauen. Und dann kann man sich treiben lassen. Am Straßenrand ziehen feine Geschäfte aller großen Marken vorbei, überall wird gebaut, gigantische Hochhäuser wachsen in die Luft. Längst hat in Vietnam der Kommunismus dem Kapitalismus auf ganz eigene Art und Weise die Hand gereicht, das Land genießt einen stetigen wirtschaftlichen Aufschwung. Vor den Geschäften dampft und brodelt es in den Garküchen, deren Duft nach Nudelsuppe und frischen Kräutern gegen den dicken Verkehrs-Smog ankämpft. Essen direkt auf der Straße - das ist das typische Asien in der quirligen Metropole, die die Einheimischen immer noch lieber Saigon nennen. Weil es einfach leichter über die Zunge geht als das sperrige Ho Chi Minh City, 1976 umbenannt nach dem kommunistischen Revolutionär und als Onkel Ho verehrten Nationalheld Vietnams.

Von Garküche zu Garküche
"Essen ist für uns Vietnamesen sehr wichtig, wir essen gerne gut und oft", lacht unser Reiseführer - und so tourt auch unsere kleine Vespa-Kolonne von Garküche zu Garküche. Um Frühlingsrollen, die typischen Pfannkuchen gefüllt mit Fleisch und frischem Gemüse, und Exotisches wie Frosch und wundersam geformte Muscheln zu verkosten. Zum Abschluss lassen wir uns noch ins Nachtleben treiben - in Hidden Cafes und Bars, versteckte Lokale, die "Sesam öffne dich" genannt werden, weil man genau wissen muss, in welchem Hinterhof sie sich verstecken - und für viele noch eine geheime Zugangs-Parole kennen muss.

Hinein ins Mekongdelta
Wer sich lieber wirklich entspannt treiben lassen will, der lässt die laute Stadt hinter sich und begibt sich ein Stückchen weiter südlich - mitten hinein ins Mekongdelta. An Bord eines gemütlichen Flusskreuzfahrtschiffs kann man die letzten Kilometer der gigantischen asiatischen Lebensader entlangschippern. Hier leben die Menschen vom Wasser - vom Fischfang, von der Arbeit auf den gefluteten Reisfeldern, und sogar der Großmarkt im kleinen Städtchen Cai Rang findet mitten auf dem Wasser statt. Auf großen Booten wird alles verkauft, was die Bauern der Region produzieren. Ananas, Kürbis, Wassermelonen - an den Masten der Schiffe baumeln Früchte und Gemüse, um anzuzeigen, was heute zu haben ist.

Bei Sonnenuntergang wird es ganz still auf dem Mekong, langsam verschwimmen die Wasserhyazinthen in der Dunkelheit. Ein friedlicher Anblick, der vergessen lässt, dass die hübschen Blumen einst die Amerikaner in Schrecken versetzten - denn unter den breiten Blättern versteckten sich oft tauchende Vietcong-Kämpfer.

Eine Stadt im Dornröschenschlaf
Tagelang könnte man den Mekong träge an sich vorbeiziehen lassen. Uns zieht es jedoch ins Zentrum des Landes, nach Da Nang. Die Stadt selbst hat wenig Reiz, zu viel wurde im Vietnam-Krieg zerstört. Ganz im Gegensatz zum nahe gelegenen Küstenstädtchen Hoi An. Im 17. Jahrhundert siedelten sich hier chinesische und japanische Händler an und brachten die Stadt zum Blühen, durch die Versandung des Hafens verlor sie jedoch an Bedeutung - und versank im Dornröschenschlaf, bis sie von Touristen geweckt wurde. Sie schlendern durch bezaubernde Häuserzeilen, bunte Tempel und über die Japanische Brücke. Heute blüht auch der Handel wieder - mit Souvenirs.

Da Nang selbst ist der perfekte Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge. Entlang des blütenweißen Strands entstehen mehr und mehr Hotelresorts. Und hier kann man dann wunderbar die Sorgen des Alltags vertreiben...

INFO
ANREISE: Als einzige Fluggesellschaft fliegt Vietnam Airlines ab Frankfurt nonstop nach Vietnam; aktuell achtmal wöchentlich. Die Strecke Frankfurt - Hanoi wird jeweils montags, dienstags, mittwochs, freitags sowie sonntags und die Strecke Frankfurt - Ho-Chi-Minh-Stadt montags, donnerstags und samstags bedient. Zubringerflüge nach Frankfurt sind von allen österreichischen Flughäfen möglich.

Buchungen auf www.vietnamairlines.com oder in Ihrem Reisebüro.

Schöne Flusskreuzfahrten im MekongDelta: www.mekongeyes.com

Strandhotel und perfekter Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Hoi An - das 5-Sterne-Resort Fusion Maia: maiadanang.fusion-resorts.com

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden