Mi, 13. Dezember 2017

"Hackathon" geplant

28.09.2015 09:13

Wiener Hacker wollen Flüchtlingen mit Apps helfen

Eine engagierte Gruppe von Programmierern und Web-Entwicklern will an einem verlängerten Wochenende Software-Lösungen aus dem Boden stampfen, die Flüchtlingen und ihren Helfern das Leben erleichtern sollen. "Wir werden zwei oder mehr Apps entwickeln, die direkt für Flüchtlinge und Helfer verwendbar sind", sagte Mitorganisatorin Helene Pattermann.

Der "Refugee Hack Vienna" findet von 9. bis 11. Oktober in zwei Coworking-Räumen in Wien statt, Stockwerk Coworking in Wien-Rudolfsheim und Sektor5 in Wien-Margareten. Die Organisatoren suchen derzeit noch nach Freiwilligen, die an dem Projekt teilnehmen möchten.

Willkommens-App mit wichtigen Infos
Ziel ist es zunächst, eine Willkommens-App zu schaffen, die Flüchtlingen bei der Ankunft in Österreich den Zugang zu den wichtigsten Infos bietet - "wo ist die Notunterkunft, wann fahren die Züge, kann man das Wasser trinken", sagte Pattermann. Damit werde den Neuankömmlingen schneller geholfen und die Helfer müssten Informationen nicht jedem Flüchtling einzeln weitergeben.

Auch soll eine Art "Mini-Crowdfunding"-Plattform geschaffen werden, mit der einzelne Hilfeleistungen - etwa eine Fahrt in die Erstaufnahmestelle Traiskirchen - finanziert werden.

Das Konzept des "Hackathon" stammt eigentlich aus der Internet-Startup-Szene. Dabei geht es darum, in kürzester Zeit Lösungen für komplexe Software-Probleme zu schaffen. In Wien geht es freilich nicht nur um technische Lösungen, sondern auch um Fragen der zwischenmenschlichen Kommunikation. Gesucht sind daher auch Dolmetscher, die die Programme auf Arabisch, Farsi oder Urdu nutzbar machen.

Auch Designer und Architekten wollen helfen
Der Flüchtlingskrise neue Ideen entgegensetzen wollen auch die Teilnehmer des "Design Hackathon", der am Montag in Wien stattfindet. Im Impact Hub in Wien-Neubau treffen Designer, Architekten und andere Kreative zusammen, um den mittel- bis langfristigen Umgang mit der Migration in Europa zu diskutieren. "Es geht darum, auf Konzepte zu stoßen, wie Design und Architektur mit dieser Problematik umgehen können", sagte Mitorganisatorin Talia Redford.

Die Idee eines "Hackathon" für Flüchtlinge wird auch in Deutschland umgesetzt. In Berlin findet am 24. und 25. Oktober ein Treffen von Programmierern und Entwicklern mit mehr als hundert Teilnehmern statt, die Lösungen für Flüchtlinge entwickeln wollen, sagte zuletzt Organisatorin Anke Domscheit-Berg.

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