Mi, 13. Dezember 2017

Äußerst unbeliebt

02.07.2015 07:30

Browser-Hass: Safari ist neuer Internet Explorer

Lange Zeit galt Microsofts Internet Explorer unter Web-Entwicklern als Inbegriff der Inkompatibilität, doch nun gibt sich der Redmonder Software-Riese geläutert und führt Ende des Monats mit Edge einen modernen Browser ein, der offenbar auch bei Entwicklern auf Gegenliebe stößt. Für sie ändert sich derweil das Feindbild: War bislang der Internet Explorer der meistgehasste Browser, ist es nun Apples Safari.

Diesen Sinneswandel beschreibt der Squarespace-Entwickler Nolan Lawson in einem Blogeintrag, den er nach der Web-Entwicklerkonferenz EdgeConf in London verfasst hat. Auf der Konferenz seien alle großen Browser-Hersteller – Google, Microsoft, Mozilla und Opera – vor Ort gewesen, um mit den Entwicklern die aktuellen Trends am Browsermarkt zu diskutieren. Nur Apple habe gefehlt – was Lawson allerdings nicht wirklich überrascht hat.

Safari-Team bei Neuerungen im Rückstand
Vom Safari-Team komme seit Jahren nichts Neues mehr, man sei bei der Implementierung neuer Technologien mittlerweile das Schlusslicht am Browsermarkt. Und selbst wenn Apple einmal neuere Programmierschnittstellen implementiere, geschehe dies oft so halbherzig, dass sie für Entwickler erst wieder nutzlos seien.

Als Beispiel nennt Lawson die Webtechnologie IndexedDB, die von den meisten Browsern seit mittlerweile drei Jahren unterstützt wird. Apple hingegen unterstützte die Technik erst Mitte 2014 – und implementierte sie zunächst so schlecht, dass sie erst jetzt, ein Jahr später, wirklich genutzt werden könne.

Angebot und Nachfrage als Henne-Ei-Problem
Bei Apple erkläre man dieses Vorgehen mit der fehlenden Nachfrage, schreibt Lawson. Man wolle keine Arbeit in ein Feature investieren, das ohnehin kaum genutzt werde. Hier sieht Lawson allerdings ein Henne-Ei-Problem. "Natürlich will keiner IndexedDB verwenden, wenn dessen Unterstützung im Browser komplett kaputt ist", klagt er. Würde die Technologie mit Safari funktionieren, könnte dies hingegen Entwickler anlocken.

Aufgrund dieser Entwicklungspolitik gelte Apples Safari in Entwicklerkreisen mittlerweile als der neue Internet Explorer, also als jener Browser, der es Entwicklern besonders schwer macht und nicht gerade mit Kompatibilität glänzt.

Unter Steve Jobs war Apple noch innovativer
Besonders traurig dabei sei, dass Apple laut Lawson einst unter Steve Jobs einer der innovativeren Browser-Hersteller war und beispielsweise schon vor vielen Jahren auf HTML5 als Ersatz für Adobes ständig mit Sicherheitslücken geplagtes Flash gesetzt hat. Dieser Spirit sei verlorengegangen, mittlerweile mache Apple eher durch Trägheit von sich reden.

Die Stimmung auf der EdgeConf habe deutlich wiedergegeben, was Web-Entwickler von Apples Browser halten. "Ihr Logo leuchtete auf fast jedem Laptop im Raum, und trotzdem wagte es niemand, ihren Namen auszusprechen", beschreibt Nolan die Konferenz, bei der Entwickler Apple nur mehr als "diese bestimmte Fruchtfirma" oder "ein Unternehmen in Kalifornien" umschrieben haben sollen.

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