Sa, 16. Dezember 2017

Emsisoft-Report

12.07.2015 08:30

Die zehn größten Gefahren für Senioren im Netz

Der Pensionist von heute ist modern, kommuniziert per E-Mail und surft im Netz. Aber neue Wege der Kommunikation bringen auch neue Gefahren mit sich. Online-Betrüger haben es auf Rentner abgesehen und versuchen, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der österreichisch-neuseeländische IT-Sicherheitsspezialist Emsisoft hat die zehn beliebtesten Maschen der Internetbetrüger zusammengetragen.

Häufig gehen ältere Internetnutzer Betrügern ins Netz, weil sie zu wenig mit ihren Kindern und Enkeln über ihre Erlebnisse im Internet sprechen, heißt es in einem Emsisoft-Blogeintrag zum Thema. Oft schämen sich Pensionisten, womöglich dumme Fragen zu stellen, während Kinder und Enkel ihrerseits die Sorge haben, ihre selbstständig im Netz agierenden Eltern oder Großeltern zu beleidigen, wenn sie ihnen Hilfe anbieten.

Das sei ein Fehler, warnen die IT-Sicherheitsspezialisten. Schließlich hätten jüngere Internetnutzer durch ihre jahrelange Erfahrung mit Spammern und Scammern einen gewissen Erfahrungsschatz, wenn es um die Identifizierung von Betrugsversuchen gehe. Dieser Erfahrungsschatz kann älteren Internetnutzern fehlen, wenn diese erst seit vergleichsweise kurzer Zeit im Netz aktiv sind.

Online-Betrüger nutzen genau diesen Mangel an Erfahrung aus, um Senioren um ihr Geld zu bringen. Hier die zehn weltweit beliebtesten Maschen, mit denen Cyberkriminelle an das Geld älterer Menschen kommen wollen:

1. Der Anwaltsbrief
Oft geben sich Online-Betrüger als Anwalt aus und verschicken per E-Mail vermeintliche Abmahnungen mit Geldforderungen im drei- oder vierstelligen Bereich. Wer so eine Mail erhält und aus Neugier den Anhang öffnet, kann sich schnell Malware einfangen, die allerlei private Daten und schlimmstenfalls sogar sensible Informationen wie Online-Banking-Zugangsdaten abgreift.

2. Die Begräbniseinladung
Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, wird man häufiger Zeuge, wie Freunde und Bekannte aus dem Leben scheiden. Cyberkriminelle nutzen diesen Umstand, um Pensionisten mit gefälschten Begräbniseinladungen um ihr Geld zu bringen. Der Betrug findet per E-Mail statt, meist mit manipulierten Dateien im Anhang. Wer auf sie klickt, um die vermeintliche Begräbniseinladung anzusehen, installiert Malware auf seinen Rechner, mit der Angreifer beispielsweise beim Online-Banking mitmischen können.

3. Lukrative Heimarbeit
Manche Senioren versuchen, ihre Pension mit kleinen Nebenjobs aufzubessern. Cyberkriminelle nutzen das aus und verschicken Mails mit Jobangeboten, die fast zu gut klingen, um wahr zu sein. Um diese vermeintlich tollen Jobs zu bekommen, muss man jedoch oft einen kleinen Vorschuss an den Absender überweisen oder sensible Infos wie die eigenen Bankdaten angeben. Hier gilt: Wenn ein Jobangebot auf dubiosen Wegen ins Haus flattert, sollte man nicht darauf eingehen.

4. Sie haben im Lotto gewonnen!
Nicht nur bei Senioren wenden Online-Betrüger gerne diese Masche an. Sie schicken E-Mails, in denen es heißt, der Empfänger habe im Lotto gewonnen. Um an das Geld zu kommen, müsse man nur sensible persönliche Infos preisgeben oder eine "Bearbeitungsgebühr" überweisen, heißt es in den Nachrichten weiter. Das ist natürlich gelogen: In Wahrheit hat nie jemand im Lotto gewonnen und die Bearbeitungsgebühr versickert auf den Konten der Online-Betrüger.

5. Falsche Online-Apotheken
Mit dem Alter kommt das eine oder andere Wehwehchen, weshalb ältere Internetnutzer oft bei Online-Apotheken einkaufen, um Geld zu sparen. Doch während es durchaus seriöse Anbieter von Arzneimitteln im Netz gibt, sollte man einen großen Bogen um E-Mail-Angebote machen, in denen Medikamente zum Schleuderpreis angeboten werden. Oft handelt es sich um den Versuch Cyberkrimineller, schnelles Geld mit leichtgläubigen Internetnutzern zu machen.

6. Der Singlebörsen-Trick
Diese Masche wird gezielt gegen alleinstehende Senioren verwendet, die in Online-Singlebörsen einen Partner oder eine Partnerin suchen. Lockvögel verwickeln die Opfer in längere Gespräche und flirten mit ihnen. Ist das Vertrauen des Opfers gewonnen, werden finanzielle Forderungen laut – angeblich, um den Flirtpartner besuchen zu kommen oder wegen einer akuten Notlage. Wer Geld überweist, sieht es nie wieder – und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter um Geld gebeten.

7. Der Enkerl-Trick
Eine beliebte Finte von Cyberkriminellen: Sie rufen ihr Opfer an oder schreiben ein E-Mail und geben sich als in Not geratenes Enkerl aus, das unverzüglich Geld braucht, um sich aus einer verzwickten Notlage zu befreien. Viele Großeltern überprüfen gar nicht erst, um wen es sich handelt, sondern überweisen sofort den geforderten Betrag. Das Problem: Beim Bittsteller handelt es sich nicht wirklich um den Enkel, sondern um Cyberkriminelle, die sich als Enkel ihres Opfers ausgeben.

8. Das "todsichere" Investment
E-Mails, in denen Methoden beschrieben werden, wie man vermeintlich todsicher reich wird, sollte man mit größtem Misstrauen betrachten. Auch wenn ihre Aufmachung oft seriös wirkt und im Text und auf verlinkten Websites das Blaue vom Himmel versprochen wird, handelt es sich hierbei oft um Betrugsversuche. Der einzige Gewinner bei diesen Investments: die Cyberkriminellen.

9. Betrug im Online-Flohmarkt
Ältere Menschen nutzen oft Online-Flohmärkte, um nicht mehr benötigte Dinge zu verkaufen. Dabei kann man allerdings auch Opfer von Betrügern werden: Online-Kriminelle wenden sich – oft mit besonders hohen Angeboten – als vermeintlicher Käufer an die Internetnutzer. Gefälschte Zahlungsbestätigungen oder falsche Schecks bei persönlicher Übergabe tun dann ihr Übriges, um die Betrogenen um ihr Geld oder ihre Ware zu bringen.

10. Wohltätigkeitsbetrug
Bei dieser Art des Online-Betrugs schicken Cyberkriminelle Mails aus, in denen sie sich als Spendensammler ausgeben und um Geld für vermeintlich wohltätige Zwecke bitten. Allerdings fließt das Geld letztlich nur auf die Konten der Betrüger, statt wirklich zu helfen.

Damit Sie nicht Opfer solcher Betrugsmaschen werden, haben die Sicherheitsspezialisten von Emsisoft einige Tipps zusammengetragen. Der wichtigste: Legen Sie gesundes Misstrauen an den Tag und öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge aus unbekannten Quellen! Hinterfragen Sie, ob vermeintliche Beamten oder Gewinnspielbetreiber wirklich per Mail auf Sie zugehen würden, und ziehen Sie im Zweifelsfall jemanden zurate, der sich die Nachrichten ansieht. Ein aktueller Virenschutz schadet ebenfalls nicht. Zudem ist es ratsam, bei Online-Singlebörsen Vorsicht walten zu lassen – insbesondere, wenn das Gegenüber Geldforderungen stellt.

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