Do, 23. November 2017

Kinder sahen zu

12.08.2014 10:05

Eltern stürzten beim Selfie-Knipsen in den Tod

Im westportugiesischen Cabo de Roca hat sich am Samstag ein schwerer Unfall ereignet, der ein polnisches Paar vor den Augen seiner Kinder das Leben kostete. Wie Zeugen berichten, hatte sich das Paar über eine Absperrung hinweg an den Rand einer Klippe vorgewagt, um dort ein Selfie aufzunehmen. Beim Versuch, das Foto zu knipsen, verloren die Opfer den Halt und stürzten rund 80 Meter in die Tiefe. Ihre Leichen konnten wegen rauer See erst am nächsten Tag geborgen werden.

Das Paar hinterlässt zwei Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren, berichtet die polnische Onlinezeitung "TheNews". Die Kinder mussten die Tragödie mit ansehen und befinden sich einem "CNET"-Bericht zufolge nun in psychologischer Betreuung durch polnische Diplomaten. Sie sollen bei Verwandten unterkommen, die bereits auf dem Weg nach Portugal sein sollen.

Paar rutschte beim Selfie-Knipsen aus
Wie der an einem unweit der Unfallstelle gelegenen Hafen stationierte Kapitän Dario Pinto Moreira im portugiesischen Fernsehen berichtete, hat sich der Unfall in jenem Moment ereignet, in dem das Paar am Rand der gefährlichen Klippe ein Selfie machen wollte. Die Verunfallten rutschten demnach aus und stürzten in die Tiefe.

Noch am Samstag wurde mit Helikoptern nach dem Paar gesucht. Der Einsatz musste wegen rauer See jedoch abgebrochen werden. Erst am nächsten Tag konnten die Einsatzkräfte ihre Suche fortsetzen. Für die Verunglückten kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie konnten am Fuße der Klippen nur mehr tot geborgen werden. Die portugiesische Polizei untersucht den Zwischenfall.

Tödliche Selfie-Unfälle häufen sich
Bei dem Paar aus Polen handelt es sich nicht um die ersten Todesopfer, die der Trend zum Selbstportrait gefordert hat. Erst kürzlich wurde der Fall eines Mexikaners bekannt, der sich für ein Selfie eine geladene Waffe an den Kopf hielt - und sich dabei versehentlich erschoss (siehe Infobox).

Der Trend zur Selbstdarstellung in sozialen Medien und die einfache technische Machbarkeit – für ein Selfie braucht es bloß ein Smartphone – haben in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass immer mehr Menschen teils riskante Manöver in Kauf nehmen, um möglichst spektakuläre Selbstportraits zu knipsen.

Der tragische Unfall in Portugal beweist jedoch: Auch wenn am Ende womöglich eine hübsche Aufnahme drin wäre, sollte man trotzdem zuerst an die eigene Sicherheit denken und Warnhinweise und Absperrungen nicht einfach ignorieren.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden