So, 27. Mai 2018

eterni.me

31.01.2014 14:00

Forscher wollen Tote als KI weiterleben lassen

Es klingt makaber, ist aber das ernst gemeinte Ziel einer Truppe US-Forscher: Über den Online-Dienst eterni.me sollen Tote als KI-Geist im Internet weiterleben. Dazu analysiert der Dienst die Online-Kommunikation der Verstorbenen und Infos aus sozialen Netzwerken. Die daraus gewonnenen Daten werden verwendet, um einer KI beizubringen, wie das tote Vorbild zu agieren.

Wenn ein geliebter Mensch aus dem Leben scheidet, gibt es für die Hinterbliebenen immer wieder Situationen, in denen sie noch einmal mit ihm sprechen, ihn nach Rat fragen möchten. Jetzt will eterni.me diesen Wunsch mithilfe einer künstlichen Intelligenz (KI) erfüllen, die online kommuniziert, wie es der Verstorbene getan hätte.

Digitalisierung Toter durch "Big Data"
Die Technologie beruht auf der Analyse von "Big Data", also großen Datenmengen, die durch die Kommunikation eines Menschen zu Lebzeiten angefallen sind. Dazu zählen Profile in sozialen Netzwerken, aber auch E-Mail-Postfächer, Chat-Logs und andere Dienste. Die darüber abgewickelte Kommunikation soll von eterni.me analysiert und die errechnete Persönlichkeit einer KI beigebracht werden.

Die soll auf eterni.me künftig als virtueller Gesprächspartner und Abbild des Verstorbenen dienen und Fragen der Angehörigen beantworten oder einfach nur plaudern. Noch ist dieses Ziel nicht erreicht, mit Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz und Datenanalyse könnte es jedoch eines Tages real werden.

eterni.me erlebt verbalen Gegenwind
"Jeder, mit dem wir reden, sagt, diese Technologie wird es irgendwann geben", übt sich eterni.me-Chef Marius Ursache im Gespräch mit dem "Boston Globe" in Zuversicht. Er ist sich allerdings auch der Bedenken bewusst, welche Menschen gegenüber eterni.me haben. Im Netz habe Ursache teils harschem verbalem Gegenwind trotzen müssen, nachdem er vor wenigen Tagen mit seiner Idee an die Öffentlichkeit ging, so der Tüftler.

Unterkriegen lässt er sich davon nicht. "Jeder hat die Freiheit, zu glauben, was immer er über uns denken möchte", sagt Ursache. Er will sein Projekt weiterverfolgen. Einen ersten primitiven Prototyp von eterni.me hat sein Team schon entwickelt. Der basiert auf adaptiver KI und wird aktuell nur für Demonstrationszwecke genutzt. Bis der KI-Dienst tatsächlich fertig ist und online gehen kann, dürften noch einige Jahre vergehen.

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