Sa, 16. Dezember 2017

Vater entsetzt

19.09.2013 16:01

Fotos von Toter für Werbung auf Facebook verwendet

Fotos einer kanadischen Jugendlichen, die sich im April wegen Cybermobbings das Leben genommen hatte, sind auf Facebook in einer Werbeanzeige für eine Kontaktbörse genutzt worden. Als er die Bilder seiner Tochter Rehtaeh in der Werbeanzeige gesehen habe, habe er zuerst gedacht: "Macht ihr euch über mich lustig?", sagte Glen Canning.

"Meine Tochter hatte so sehr unter Mobbing im Internet zu leiden, dass es sie in den Selbstmord getrieben hat - und jetzt gibt es eine Werbung auf Facebook mit ihr, das widert mich an", fügte Canning hinzu. Er wisse nicht, ob die Fotos aus Versehen verwendet worden seien oder ob die Kontaktbörse die Bilder in Kenntnis von Rehtaehs tragischem Schicksal veröffentlichte, um Publicity zu erzielen.

Facebook hatte die Werbung der Kontaktbörse ionechat.com schnell gelöscht und sich bei Rehtaehs Familie entschuldigt. Auch das Konto des Inserenten wurde gesperrt. Die Nutzung der Fotos für die Werbeanzeige sei "äußerst unglücklich", erklärte ein Facebook-Sprecher.

In den Tod getrieben
Die 17-jährige Rehtaeh Parsons hatte sich im April das Leben genommen (siehe Infobox). Sie war Opfer von massivem Cybermobbing geworden, als ein Foto ihrer mutmaßlichen Vergewaltigung im Internet auftauchte. Die Schülerin wurde unter anderem als "Schlampe" beschimpft und mit Nachrichten von Unbekannten bombardiert. Auch Umzüge und Schulwechsel halfen nichts.

Ihr Tod hatte in Kanada eine lebhafte Debatte über Mobbing im Internet entfacht. An Parsons Beerdigung nahmen Hunderte Menschen teil. Im Zusammenhang mit Parsons Tod wird aktuell noch gegen zwei Jugendliche ermittelt.

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