Mi, 22. November 2017

Chef noch skeptisch

22.05.2013 13:59

Sony prüft Idee, den Konzern zu zerschlagen

Sony prüft die Forderung des US-Investors Daniel Loeb, den Elektronikriesen zu zerschlagen. Einen Zeitplan für eine Entscheidung gebe es nicht, betonte Konzernchef Kazuo Hirai am Mittwoch in Tokio. Die Prüfung könne sich über einen Monat hinziehen, berichtete Bloomberg. Der Milliardär Loeb will, dass Sony das Film- und Musikgeschäft abtrennt und bis zu ein Fünftel davon an die Börse bringt. Mit den Einnahmen soll die seit Jahren schwächelnde Elektroniksparte auf Vordermann gebracht werden.

Unmittelbar nach Loebs Vorstoß vergangene Woche hatte Sony zunächst erklärt, das Unterhaltungsgeschäft sei wichtig für Sonys Wachstum und stehe "nicht zum Verkauf". Allerdings hatte sich Hirai zwischenzeitlich mit dem US-Investor getroffen. Loeb sieht sich als größten Einzelaktionär von Sony. Sein Hedgefonds Third Point sammelte nach bisherigen Informationen einen Anteil von 6,5 Prozent an. Loeb ist als aggressiver, kritischer Aktionär bekannt und hatte bereits den Internetkonzern Yahoo in die Knie gezwungen.

Hirai will Sonys Synergien besser nutzen
In dem am Mittwoch veröffentlichten strategischen Ausblick bekräftigte Hirai aber weiterhin sein "One Sony"-Konzept: Die verschiedenen Bereiche des Konzerns sollen endlich zusammenspielen. Sony mit seiner Vielfalt aus Wohnzimmer-Elektronik, Spielekonsolen, Handys und Inhalten wurde eine Schlüsselposition in der digitalen Entertainment-Zukunft zugetraut.

Unter anderem wegen interner Grabenkämpfe fiel der Konzern jedoch hinter Rivalen wie Apple und Samsung zurück. Hirai will nun die Wende schaffen. Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr brachte er Sony schon einmal wie versprochen in die schwarzen Zahlen - allerdings vor allem dank Verkäufen von Immobilien und Beteiligungen sowie dem Yen-Kurs.

Neue Konkurrenz durch die Xbox One
Die Herausforderungen bleiben groß: Im Strategie-Update kappte Sony das Gewinnziel für die wichtige Spielesparte mit der PlayStation. Bei einem erwarteten Umsatz von einer Billion Yen (7,6 Milliarden Euro) sei im kommenden Geschäftsjahr nur eine operative Gewinnmarge von zwei Prozent zu erwarten. Eigentlich hatte sich Sony für das im März 2015 endende Jahr eine Marge von acht Prozent für die Sparte vorgenommen.

Sony hatte im Februar die nächste Konsole PlayStation 4 angekündigt (siehe Infobox), die Ende des Jahres in den Handel kommen soll. Am Dienstag stellte Rivale Microsoft seine neue Xbox One (siehe Infobox) vor, die ebenfalls zum Weihnachtsgeschäft erwartet wird. Mit ihrem Fokus auf Unterhaltungsangebote und einer verbesserten Kinect-Bewegungssteuerung wird sie als harter Konkurrent für die neue PlayStation 4 gesehen. Im vergangenen Geschäftsjahr war der Sony-Umsatz im Spielegeschäft um über zwölf Prozent auf 707 Milliarden Yen gesunken. Der operative Gewinn schmolz auf 1,7 Milliarden Yen zusammen.

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